DIW-Präsident warnt vor Schwarzmalerei

München - DIW-Präsident Klaus Zimmermann hat trotz teils düsterer Prognosen für das kommende Jahr vor Schwarzmalerei gewarnt. Obwohl im Jahresverlauf einige hunderttausend Menschen in Deutschland ihren Arbeitsplatz verlieren dürften, rechne er mit einem vergleichsweise robusten Arbeitsmarkt.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hat trotz teils düsterer Prognosen für das kommende Jahr vor Schwarzmalerei gewarnt. "Ob es so dramatisch wird, wie einige meinen, ist noch nicht ausgemacht", sagte Zimmermann dem "Münchner Merkur" (Mittwoch). Viele Prognosen stützten sich nur auf Daten für die verarbeitende Industrie und nicht auf die Gesamtwirtschaft. Im Handel und bei den Dienstleistungen sehe es besser aus. "Die Welt wird nicht untergehen, aber die Menschen müssen sich darauf vorbereiten, dass es im neuen Jahr nicht einfach wird."

Obwohl im Jahresverlauf einige hunderttausend Menschen in Deutschland ihren Arbeitsplatz verlieren dürften, rechne er mit einem vergleichsweise robusten Arbeitsmarkt, sagte Zimmermann. "Massenarbeitslosigkeit" erwarte er nicht. Es gebe sogar einige positive Aspekte. "Die Einkommen werden real gesehen teilweise steigen, weil sich die Inflation abschwächt. Das bedeutet, dass etwa Autos oder Urlaubsreisen erschwinglicher werden." Dies könnte den Konsum stärken.

Wichtig sei vor allem, mit Selbstvertrauen ins neue Jahr zu gehen, sagte Zimmermann. "Dann könnte die Krise schneller vorbei sein." Durch negative Konjunktur-Ausblicke könne auch eine Abwärts-Spirale in Gang gesetzt werden. "Dann wird aus Angst und übersteigerter Vorsicht weniger konsumiert und investiert als es sinnvoll wäre."

Außerdem warnte der DIW-Chef davor, unter dem Deckmantel der Krisenbekämpfung im Wahljahr 2009 teure Geschenke zu verteilen. "Die Kosten werden dabei mit der großen Notlage gerechtfertigt. Doch das ist gefährlich, weil diese Ausgaben dann auf den Schultern der nächsten Generation lasten."

dpa

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