Dollar-Schwäche bedroht Airbus

Hamburg - Der starke Euro setzt den europäischen Flugzeugbauer Airbus immer mehr unter Druck. Airbus müsse alle Kostenblöcke auf den Prüfstand stellen und sehen, welche Zukunftsinvestitionen sich das Unternehmen noch leisten könne, sagte Airbus-Chef Thomas Enders vor Betriebsräten aus ganz Deutschland.

Enders kündigte "radikale Maßnahmen" wegen des Kursverfalls des Dollars an. Das Geschäftsmodell sei "nicht mehr tragfähig", der Euro-Kurs habe "die Schmerzgrenze überschritten", das Tempo des Dollarverfalls sei "lebensbedrohlich" für den Konzern, so Enders.

Trotz der Aufträge in Rekordhöhe müsse Airbus mit "gewaltigen Verlusten" rechnen. Bei den Sparmaßnahmen dürfe es keine Tabus mehr geben. Zu Entscheidungen soll es in den nächsten Wochen kommen, sagte der Airbus-Chef.

Weniger dramatisch sieht dagegen die Gewerkschaft IG Metall die Lage: "Enders hat nichts Neues gesagt und ist viele Antworten schuldig geblieben", sagte Daniel Friedrich, der Sprecher der IG Metall Küste. Es bleibe offen, was damit gemeint sei, wenn es "keine Tabus" geben solle. Für die IG Metall stehe angesichts der hervorragenden Auftragslage von Airbus nicht das Sparen im Vordergrund, sondern die Optimierung der Produktionsprozesse.

Flugzeuge werden international in Dollar abgerechnet, ein beträchtlicher Teil der Kosten fällt jedoch im Euroraum an. Das Airbus-Sparprogramm "Power8" ist auf einen Eurokurs von 1,35 Dollar ausgerichtet, gestern steuerte der Kurs bereits auf die Rekordmarke von 1,50 Dollar zu.

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