Dornier 728: Produktion in China?

- Oberpfaffenhofen - Noch vor wenigen Wochen gab es Grund zur Hoffnung: Die neue große Regionaljetreihe 728 von Fairchild Dornier werde unter chinesischer Regie in Oberpfaffenhofen gebaut, hieß es damals. Inzwischen ist davon keine Rede mehr. Insolvenzverwalter Eberhard Braun rechnet allenfalls damit, dass die Weiterentwicklung teilweise in Deutschland stattfindet

<P>"Der Samen bleibt in der Erde, mehr nicht", sagt auch Thomas Brandt, Geschäftsführer des insolventen Flugzeugbauers, dessen andere Teile bereits in neue Hände übergegangen sind. Ohne chinesische Hilfe wäre das Projekt endgültig gestorben. "Die Chinesen werden bestimmt auf einen Teil der Experten zurückgreifen", hofft Verwalter Braun. </P><P>Einige Mitarbeiter haben sich laut Brandt bereits gemeldet. Im Werk heißt es gar, Beschäftigte im Bereich des 328-Support hätten bereits gewechselt. Dies aber wollte Brandt nicht bestätigen. Offiziell zumindest bleibt das Programm eingefroren. Die Wiederaufnahme sei, so heißt es, Sache der möglichen Käufer. Entsprechend laufen auch die Verhandlungen. "Es geht lediglich um die Übernahme der Programmrechte", sagte Brandt gegenüber unserer Zeitung. Immerhin kommen die Chinesen, wenn die Verträge unterzeichnet sind, für einen zweistelligen Millionenbetrag an die Früchte einer Entwicklung, in die mehr als eine Milliarde US-Dollar geflossen sind. </P><P>Im Juni, so hofft Brandt, könnten die Verhandlungen noch abgeschlossen werden. Am Sonntag ist ein Treffen der Vertreter des chinesischen Mischkonzerns Delong mit Insolvenzverwalter Eberhard Braun geplant. Nicht bei den Verhandlungen dabei ist die Xian-Aircraft-Corporation, die bereits vor vier Wochen ihr Interesse an einer Komplettübernahme der 728-Jet-Familie bestätigt hatte. "Wir verhandeln nur mit Delong", sagte auch Brandt. Nach dem Stand der Verhandlungen besteht kaum Aussicht, dass der neue Jet in Oberpfaffenhofen produziert wird. Die Entwicklungskosten, teilweise aus Steuergeldern, ebnen damit einer Produktion des Jets in China den Weg.</P><P>Das betrifft nicht nur die Arbeitsplätze bei Dornier. Auch zahlreiche - in der Regel mittelständische - Zulieferfirmen haben bei der Entwicklung des großen Regionaljets mitgeholfen. Sie bleiben als Gläubiger nach der Insolvenz auf einen Großteil der vorgestreckten Kosten sitzen. Die damit angestrebten Aufträge gehen voraussichtlich nach China.<BR></P>

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