Dornier: Verhandeln Chinesen mit Boeing?

- Oberpfaffenhofen - Normalerweise geht es am Werksflughafen Oberpfaffenhofen (Lkr. Starnberg) eher ruhig zu. Sobald die Frequenz der Flugbewegungen zunimmt, wird in der Umgebung auch die Gerüchteküche angeheizt. Das ist zurzeit wieder einmal der Fall. Die chinesische D'Long-Gruppe würde sich von ihren Engagement bei Teilen der ehemaligen Fairchild-Dornier trennen, heißt es.

Die Münchner Europa-Zentrale des fernöstlichen Konzerns dementiert dies: Man sei bei der Weiterentwicklung der neuen Jet-Reihe 728 im Plan, sagt Sprecherin Autumn Pierce. Auch die Entwicklung geht planmäßig weiter. Nur ob wie angekündigt noch heuer der Erstflug erfolgen soll, ist nicht mehr sicher.<BR>Nach einem Bericht des "Handelsblatt" hat D'Long als Holding erhebliche Probleme. Sogar ein Zusammenbruch ist demnach nicht ausgeschlossen. Doch seien, so heißt es in München, die deutsche Aktivitäten nicht betroffen.<BR><BR>Dabei werden in gut informierten Kreisen bereits Namen möglicher Neu-Investoren genannt. Der Luftfahrtgigant Boeing stehe vor einem Einstieg, heißt es. Auch ein deutscher Reifenhersteller gehöre zu den Interessenten. Zum möglichen Verkaufspreis werden aber völlig unterschiedliche Summen genannt. Von 4,5 Millionen Dollar ist ebenso die Rede wie von einem nur symbolischen Betrag. Wie die Zentrale von D'Long in München wollen die Manager vor Ort nichts sagen: "Wir wollen alle, dass es weitergeht. Mehr kann ich im Moment nicht sagen", sagte Fairchild-Firmensprecher Michael Schießke auf Anfrage.<BR><BR>Allerdings häufen sich auch Informationen über technische Probleme. So seien die Tragflächen für bis zu 70 Sitze konzipiert. Da das Flugzeug aber als Reihe mit einer zumindest 90-sitzigen Version geplant ist, mache dies eine völlige Neukonstruktion erforderlich. <BR><BR>Dies könnte das Interesse möglicher Investoren sein. Während die ehemalige Fairchild-Dornier alles daransetzte, Airbus, dem Haupt-Auftraggeber des Werkes in Oberpfaffenhofen, nicht mit größeren Flugzeugen in die Quere zu kommen, ist dies nach der Zerschlagung in einzelne Aktivitäten nicht mehr wichtig. Für Fluggesellschaften wäre der Regionaljet interessanter und wirtschaftlicher einsetzbar, wenn er mit einer längeren Version über 100 Sitzen die Lücke unmittelbar unterhalb der Boeing 737 und des Airbus A 318 schließen könnte.<BR><BR><BR>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -
Die USA sind eher ein Land der Spritschlucker und dicken Geländewagen - bisher. VW setzt aber darauf, dass sich die Kunden mehr in Richtung E-Auto orientieren. Die …
VW glaubt an Elektro-Durchbruch in den USA -
Schwächelnder Euro hievt Dax wieder ins Plus
Frankfurt/Main (dpa) - Kursverluste des Euro haben den Dax am Dienstag wieder gestützt. Der deutsche Leitindex rückte um 0,35 Prozent auf 13 246,33 Punkte vor und machte …
Schwächelnder Euro hievt Dax wieder ins Plus
Furcht vor Regulierung: Bitcoin-Kurs bricht ein
Mitte Dezember steigt die Kryptowährung nach einem rasanten Höhenflug zeitweise bis auf die Marke von 20.000 Dollar - seither verliert sie deutlich an Wert. Denn es gibt …
Furcht vor Regulierung: Bitcoin-Kurs bricht ein
Streikbereite IG Metall schlägt Arbeitszeitkonten vor
Die IG Metall gibt sich streikbereit. Mit vollen Kassen könne man jeden Streik in der Metall- und Elektroindustrie durchhalten. Doch Gewerkschaftschef Jörg Hofmann …
Streikbereite IG Metall schlägt Arbeitszeitkonten vor

Kommentare