Drei Euro Aufschlag: Jetzt treibt das Öl die Preise hoch

- München - Die anhaltend hohen Ölpreise verstärken den Druck auf die Wirtschaft und lösen Besorgnis bei Politikern aus. Die Finanzminister der G-8-Staaten werden sich an diesem Wochenende mit dem Problem befassen. Zu den Leidtragenden zählen insbesondere Fluglinien. Die erste hat wegen des teuren Sprits schon die Ticket-Preise angehoben.

<P>Der hohe Ölpreis könnte den Aufschwung in Deutschland ausbremsen, befürchten Experten der HypoVereinsbank. "Sollten die Notierungen bald wieder zurückgehen, hielten sich die weltweiten Bremseffekte noch in Grenzen", heißt es in einer Studie. "Sollten sie jedoch auf hohem Niveau verharren oder sogar ihren Aufwärtstrend ungebremst fortsetzen, wären spürbare Wachstumsverluste die Folge." Im schlimmsten Fall drohe Deutschland die Rezession.<BR><BR>Der Ölpreis werde in den nächsten Jahren "tendenziell weiter steigen", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Rezzo Schlauch (Grüne) in der ZDF-Sendung "Berlin-Mitte". Es müsse auch durch politischen Druck dafür gesorgt werden, dass "wir von dieser Verbrennungstechnologie wegkommen", sagte Schlauch. Die deutsche Automobil-Industrie habe den Einstieg in die Hybridtechnik verschlafen und liege gegenüber den Japanern "um fünf Jahre zurück", sagte Schlauch. "Die Ökosteuer ist der politische Druck auf die Automobilindustrie, verbrauchsärmere Fahrzeuge zu produzieren", sagte Schlauch.<BR><BR>Die Finanzminister der G-8-Staaten beraten bei ihrem Treffen an diesem Wochenende in New York über die hohen Ölpreise an den Weltmärkten. Wie Staatssekretär John Taylor vom US-Finanzministerium sagte, werden die Minister über die Notwendigkeit sprechen, die weltweite Ölproduktion zu steigern, um einen weiteren Preisanstieg zu verhindern. Taylor lies offen, ob die G-8-Staaten direkt die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) zur Erhöhung ihrer Fördermenge auffordern werden. Saudi-Arabaien hat von sich aus eine Erhöhung der Förderung um mehr als zwei Millionen Barrel pro Tag vorgeschlagen. Auch die Ölminister der Opec-Länder beraten sich am Wochenende.<BR><BR>Unterdessen stellt sich die Luftverkehrsindustrie für 2004 auf hohe Verluste ein. Der Chef des Weltverbandes der Fluggesellschaften IATA, Giovanni Bisignani, sagte der "Financial Times Deutschland", die gestiegenen Kerosinpreise würden zu Mehrkosten in Höhe von 8 bis 12 Milliarden US-Dollar führen. Die Air France hat ihre Ticketpreise wegen des teuren Flugbenzins schon angehoben. Seit Mittwoch wird pro Flugschein ein Aufschlag von drei Euro verlangt.<BR></P><P> </P>

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