Drei Geschäftsideen für eine Firma

- München - In der heutigen wirtschaftlich schwierigen Zeit halten viele Menschen ihr Geld zusammen und geben weniger für ein Hobby aus. Noch dazu, wenn es kostspielig und kein Zeitvertreib ist, für den sich typischerweise Superreiche interessieren. Diese Erfahrung musste Norbert Völlmecke mit seiner Ich-AG machen.

<P>"Ich hatte mich Anfang letzten Jahres unter anderem mit dem Vertrieb von Faksimiles selbstständig gemacht", erzählt der 47-Jährige und erläutert: "Das sind originalgetreue Nachbildungen von mittelalterlichen Handschriften." Verkauft hat er von den bis zu 18 000 Euro teuren Büchern aber kaum eines. Zwar führte er viele Telefonate und machte auch einige Hausbesuche, aber ein so kostbares Faksimile tatsächlich zu erwerben - das haben sich seine Kunden doch schon zweimal überlegt. "Man kann sagen, dass von hundert Kontakten nur ein Interessent tatsächlich gekauft hat."<BR><BR>Das Problem: Für diese Bücher interessieren sich laut Völlmecke normalerweise ältere Menschen, zum Beispiel pensionierte Lehrer. Aber eben nicht solche, für die Geld keine Rolle spielt. Völlmecke ist mit seiner Ich-AG deshalb aber nicht gescheitert. Er hatte sich von Anfang an nicht auf die eine Geschäftsidee verlassen und ist zweigleisig gefahren. Seit der Gründung organisiert er einmal in der Woche die Bibliothek eines Münchner Architekturbüros. "Ich sortiere die Bücher nach Sachgruppen wie Recht, ländliche Entwicklung, Verkehr und Denkmalpflege und etikettiere sie." Außerdem katalogisiert er den Bestand und vergibt pro Buch bis zu zehn Schlagworte, sodass die Architekten die entsprechenden Bücher schnell finden können. Dabei kommt es ihm sehr entgegen, dass er nach seinem Theologie- und Philosophiestudium sowie einer kaufmännischen Ausbildung in einer Buchhandlung gearbeitet hat. "Ich bin mit meiner Ich-AG praktisch wieder zu meinen Anfängen zurückgekehrt", sagt der gebürtige Nordrhein-Westfale, der zuletzt Buchprojekte in einem Verlag für Ökologie und Nachhaltigkeit organisiert hatte, bevor ihm Ende Januar 2003 betriebsbedingt gekündigt wurde.<BR><BR>Die Arbeit als Bibliothekar macht ihm Spaß, deshalb will er sie nach dem Misserfolg mit den Faksimiles ausweiten. "Ich bin gerade dabei, mich bei anderen Architekturbüros und Rechtsanwaltskanzleien zu bewerben", sagt er. Außerdem nutzt er die jetzt gewonnene Zeit, um seine Ich-AG noch auf ein weiteres Standbein zu stützen. <BR><BR>Völlmecke möchte Menschen zeigen, wie man im Haushalt Geld sparen und gleichzeitig dabei noch etwas für die Ökologie tun kann. "Beispielsweise, indem man auf Ökostrom umstellt, sich einen Öko-Kühlschrank kauft oder Tee und Kaffee aus kontrolliert ökologischem Anbau bezieht, und zwar gleich in Vorratspackungen." Seine Idee ist es, die verschiedenen Anbieter unterschiedlicher Produkte zu testen und seine Kunden zu beraten. Die ersten Gespräche mit Anbietern hat er bereits geführt. So viel Herzblut er selbst in sein Ein-Mann-Unternehmen mit Förderung des Arbeitsamtes steckt, empfehlen kann er die Ich-AG nur bedingt. "Man braucht schon eine gute Idee, ansonsten lohnt es sich nicht. Es kann so schnell passieren, dass man ohne Auftraggeber dasitzt."</P>

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