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Drei Interessenten buhlen um Karstadt

Essen - Triton, Berggruen, Highstreet heißen die Investoren, die sich für den Karstadt-Konzern interessieren. Als letzte Stadt hat Köln mit einem Gewerbesteuerverzicht den Weg für den Insolvenzplan zur Sanierung freigemacht.

Kurz vor Ablauf der Frist für Übernahmeangebote an diesem Donnerstag gibt es für den insolventen Karstadt-Konzern offenbar drei Interessenten. Nach der Investorengruppe Triton und der Investmentgesellschaft Berggruen Holdings will auch das Immobilienkonsortium Highstreet ein entsprechendes Gebot abgeben. Gestern verzichtete auch die Stadt Köln auf die Erhebung von Gewerbesteuer von der insolventen bisherigen Arcandor-Tochter.

Zahlreiche andere Städte sind vorher bereits einem entsprechenden Appell von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg gefolgt und haben einen Verzicht auf die ihnen zustehenden Steuereinnahmen erklärt. Eine entsprechende Zusage kündigte der Kölner Stadtkämmerer Norbert Walter-Borjans nun in der „Bild“-Zeitung an

Zunächst hatte die deutsch-skandinavische Investmentgesellschaft Triton als einziger Interessent für Karstadt gegolten. Am Freitag war dann mit Berggruen Holdings ein weiterer Übernahmebewerber auf den Plan getreten. Und einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge will auch Highstreet, an dem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Mehrheit der Anteile hält, die 120 Karstadt-Häuser übernehmen und als Konzern erhalten. Das Konsortium, dem bereits die Immobilien von 86 Karstadt-Filialen gehören, wolle noch diese Woche dem Insolvenzverwalter ein entsprechendes Angebot machen.

Dem Blatt zufolge geht Highstreet sogar als Favorit in die Schlussrunde: In Geheimverhandlungen habe sich das Konsortium bereits mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auf Details einer Übernahme geeinigt. Dieser Darstellung widersprach Verdi-Sprecherin Cornelia Haß. Es gebe keinen Abschluss, allerdings sei ein Übernahme-Angebot von Highstreet „nicht die schlechteste Lösung für die Beschäftigten“, so Haß.

Als Kaufpreis sind Berichten zufolge 40 Millionen Euro im Gespräch. Auch der Metro-Konzern soll noch als Interessent im Rennen sein, allerdings nicht für den gesamten Konzern. Vorstandschef Eckhard Cordes habe in einem Brief an Insolvenzverwalter Görg erneut Interesse an der Übernahme einer größeren Anzahl von Karstadt-Häusern signalisiert, „um diese Standorte in einem Gesamtkonzept mit unserer Kaufhof-Warenhauskette zusammenzuführen“.

Investor Nicolas Berggruen, ein Sohn des 2007 verstorbenen deutschen Kunstsammlers Heinz Berggruen, bestätigte der „Berliner Morgenpost“ sein Kaufangebot, das seit mindestens sechs Monaten intensiv vorbereitet worden sei. „Ich kann das Unternehmen retten. Das ist eine seriöse Angelegenheit“, wird er zitiert. Der 48-Jährige betonte, er habe kein Interesse an kurzfristiger Gewinnmaximierung und schnellem Weiterverkauf. Sein Hauptinteresse sei, dass die Gespräche mit Highstreet als Haupteigentümer der Karstadt-Immobilien schnell fortgeführt werden. Anders als Triton erwartet Berggruen nach eigenen Angaben keine weiteren Zugeständnisse vom Personal des Warenhauskonzerns.

mm/apn/dpa

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