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Bei Amazon werden auch immer mehr Lebensmittel gekauft.

Kulanz des Onlinehänderls ausgenutzt

Dreiste Masche: So trickst ein Student den Online-Riesen Amazon aus

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Mit einem simplen Trick ergaunert sich ein Student offenbar Lebensmittel im Wert von über 100 Euro von Amazon. Doch die Abzocke kann auch nach hinten losgehen.

Berlin - Lebensmittel für mehrere Wochen und Waschmittel hat ein Student bei Amazon bestellt - und keinen Cent gezahlt. Er nutzte das großzügige Rückgabeverhalten des Onlinehändlers Amazon aus, wie tagesspiegel.de berichtet. Der Student hat den Internetriesen abgezockt - und sich so Waren im Wert von 124 Euro erschlichen.

Robert Grün, sein Name wurde vom Tagesspiegel geändert, nutzte dabei einen Trick bei Amazon Pantry: Er kaufte Lebensmittel und reklamierte die Bestellung, sobald sie bei ihm angekommen war. Grün spekulierte auf die Kulanz von Amazon; darauf, dass der Onlinehändler die Ware wegen des Aufwands nicht zurückfordert. Bezahlen wollte er die Lebensmittel wegen des knappen Studentengeldbeutels offenbar von Beginn an nicht. Das ist eindeutig Betrug. Und doch kam er mit seiner Masche durch.

Dabei ist er nicht der Einzige, der auf die Kulanz von Amazon spekuliert. Ein Freund habe sich mit dieser Methode gar fünf bis sechs Lieferungen erschlichen. Nur einmal habe er den Einkauf zurückschicken müssen. 

Kulanz von Amazon gnadenlos ausgenutzt

Die beiden Fälle zeigen: Die Kulanz von Amazon wird, gerade im Bereich Lebensmittel, teilweise ausgenutzt. Das liegt auch an einer Grauzone im Internet. Während es für den stationären Handel klare Richtlinien zur Rückgabe gibt - meistens zwei bis vier Wochen -, ist das im Netz anders. Nicht jeder Onlinehändler fordert gekaufte Ware auch wieder zurück.

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Der Tagesspiegel hat deshalb bei Amazon nachgefragt. Unternehmenssprecherin Christine Maukel äußerte sich wie folgt zu dem Thema: „Die Rückgaberichtlinien von Lebensmitteln variieren je nach Art und Beschaffenheit des Produkts.“ Weitere Informationen gab das Unternehmen nicht preis.

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Dabei ist bekannt, dass Amazon bei billigeren Produkten häufig darauf verzichtet, reklamierte Waren zurückzufordern. Die Kosten für den Rückversand und die Prüfung der Ware rechnen sich im Vergleich anscheinend nicht. Hinzu kommt: Laut Amazon findet kein „Weiterverkauf von retournierten Lebensmitteln“ statt. Es lohnt sich also nicht, bereits verkaufte Lebensmittel zurückzufordern. Das nutzten Grün und seine Freunde aus. 

Rewe und Edeka machen es besser als Amazon

Bei Lebensmittellieferdiensten wie bringmeister.de von Edeka oder dem Rewe-Lieferservice wäre ein solcher Betrug wohl nicht möglich. Die deutschen Großhändler schicken ihre Boten vor die Haustüre, dort können die Kunden die Ware direkt inspizieren. Sind die Lebensmittel oder Verpackungen beschädigt, nimmt der Bote diese direkt wieder mit. Nachträgliche Beanstandungen sind laut Edeka die „absolute Ausnahme“.

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Das gilt übrigens auch für „Amazon Fresh“. Diese Amazon-Sparte liefert in ausgewählten deutschen Großstädten frische Lebensmittel. Auch hier nimmt der Bote beschädigte Lebensmittel direkt wieder mit. Doch auch in diesem Fall gibt es eine Grauzone. Entdecken Kunden beschädigte Lebensmittel erst später, können sie sich ihr Geld innerhalb von 30 Tagen erstatten lassen. Zurückschicken müssen sie die, dann meistens abgelaufenen, Lebensmittel aber nicht.

Amazon austricksen kann gefährlich sein

Grüns Masche funktioniert also vornehmlich mit haltbaren Lebensmitteln. Und er hat Glück, dass Amazon sich so kulant zeigt. Sascha Berens vom Kölner Handelsinstitut EHI erzählt dem Tagesspiegel von Fällen, in denen Amazon-Kunden die Kulanz des Versandhändlers ausgereizt hätten und das Konto gesperrt worden sei. Berens geht davon aus, dass Grüns Trick vielleicht ein, zwei Mal funktionieren kann. Öfter auch nicht.

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Rechtsanwalt Arndt Kempgens spricht gegenüber dem Tagesspiegel von einer „betrügerischen Machenschaft“. Schließlich habe nie eine Kaufabsicht vorgelegen. Das in einer möglichen strafrechtlichen Verfolgung nachzuweisen, sei aber extrem schwer. 

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