Dreistelliger Millionenverlust bei WestLB

Düsseldorf - Die Neuausrichtung der drittgrößten deutschen Landesbank WestLB wird von einem dreistelligen Millionenverlust und weiterem Risikopotenzial erschwert. Infolge von Fehlspekulationen und der Krise an den internationalen Finanzmärkten verbuchte der Düsseldorfer Bankkonzern in den ersten neun Monaten 2007 einen Vorsteuerverlust von 116 Millionen Euro.

 Nach Steuern steht ein Minus von 148 Millionen Euro. Der WestLB-Vorstand hielt bei der Zahlenbekanntgabe am Donnerstag seine Mitte November neu aufgestellte Jahresprognose für 2007 aufrecht. Der Vorsteuerverlust soll demnach im niedrigen dreistelligen Millionenbereich bleiben.

"Die aktuelle Situation ist schwierig, wirft die WestLB aber nicht um", sagte Bankchef Alexander Stuhlmann in einer Mitteilung. Die Kapitalmarktkrise habe - wie bei vielen anderen Banken auch - Spuren in der WestLB-Bilanz hinterlassen. Durch Fortschritte im operativen Geschäft hätten die erheblichen Belastungen abgefedert werden können. Im Firmenkundengeschäft und in der Zusammenarbeit mit den Sparkassen komme die Bank voran. Die Kosten der WestLB, die 5900 Mitarbeiter beschäftigt, seien in den ersten neun Monaten 2007 um 202 Millionen Euro auf unter 1,17 Milliarden Euro kräftig gesenkt worden seien. Das entspreche einem Rückgang von fast 15 Prozent.

Die Neun-Monats-Bilanz der WestLB sei durch die internationale Finanzmarktkrise mit insgesamt 355 Millionen Euro belastet worden. Dabei handele es sich überwiegend um Abschreibungen in den Büchern der Bank auf Wertpapiere. Hinzu kam der Verlust von mehr als 600 Millionen Euro durch Fehlspekulationen im Eigenhandel, der die WestLB bereits zum Halbjahr in die Verlustzone drückte. Wie ein Banksprecher auf Anfrage am Donnerstag bestätigte, werde die WestLB die Aufnahme ihrer beiden Zweckgesellschaften in den Jahresabschluss 2007 prüfen. In den vergangenen Wochen hatte der Bankkonzern diese Zweckgesellschaften mit milliardenschweren Kreditlinien gestützt. (dpa)

Die zerstrittenen Eigentümer der WestLB treffen am kommenden Mittwoch bei einer turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung zusammen. In Eigentümerkreisen wurde am Donnerstag davon ausgegangen, dass die Zukunft der angeschlagenen Bank ein zentrales Thema sein wird. Die Sparkassenverbände Rheinland und Westfalen hatten schon vor Monaten als Mehrheitseigentümer für eine Fusion WestLB und Landesbank Baden- Württemberg (LBBW) zum zweitgrößten deutschen Geldhaus votiert. Das Land Nordrhein-Westfalen, das direkt und indirekt rund 38 Prozent hält, wollte zunächst alle Optionen prüfen lassen. Das Gutachten der Citigroup wird von der Landesregierung Ende dieser Woche erwartet.

Bei einer Anhörung im Finanzausschuss des NRW-Landtages hatte WestLB-Chef Stuhlmann vor drei Wochen deutlich gemacht, dass ein Anwachsen der Verluste grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden könne. Aus den heftigen Schwankungen an den Finanzmärkten würden sich Chancen, aber auch Risiken ergeben. Wesentliche Teile der Bewertungskorrektur, die in der WestLB-Gewinnwarnung von Mitte November enthalten ist, könnten wegfallen. Es könnte aber auch die umgekehrte Situation eintreten, dass die Kurse weiter nach unten gehen, sagte er damals. Die WestLB hatte ihre Gewinnwarnung mit erheblichen Kursverlusten von strukturierten Wertpapieren begründet.

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