Dresdner Bank baut nochmals 2500 Stellen ab

- Frankfurt/Main - Der Dresdner Bank steht nach den drastischen Stellenstreichungen der vergangenen Jahre ein weiterer Aderlass bevor. Bis 2008 sollen nochmals 2480 Jobs überwiegend in der Verwaltung wegfallen, teilte die Bank parallel zur Ankündigung eines Abbaus von rund 5000 Stellen beim Mutterkonzern Allianz mit.

Betroffen sind sowohl die Zentrale in Frankfurt als auch regionale Standorte. Gleichzeitig richtet die Dresdner Bank ihre Geschäftsbereiche neu aus.

"Es ist ein wirklich schmerzlicher Schritt, aber er ist unumgänglich", sagte Vorstandschef Herbert Walter in Frankfurt. Die Bank müsse Rückstände gegenüber Konkurrenten aufholen und im Interesse ihrer Kunden die bestmöglichen Arbeitsabläufe anbieten. Rund 500 der zu streichenden Jobs entfallen auf Tochtergesellschaften im In- und Ausland.

Mit den Arbeitnehmervertretern sollen in den nächsten Wochen Verhandlungen aufgenommen werden. Vom vierten Quartal 2006 werde der Stellenabbau dann umgesetzt. Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden, sagte Walter.

Der Stellenabbau zeichnete sich in diesem Umfang bereits seit mehr als einem halben Jahr ab. Hintergrund sind die im Branchenvergleich weiterhin hohen Kosten im Verhältnis zu den Einkünften. Die Dresdner Bank hat seit der Übernahme durch die Allianz im Jahr 2001 mehr als 17 000 Jobs gestrichen, zuletzt waren noch 28 400 Stellen übrig.

Für die Restrukturierung muss das Kreditinstitut bis zu 400 Millionen Euro aufwenden. Unterm Strich sollen die Kosten bis 2008 konstant bleiben und die Erträge stärker als der Markt wachsen. So hofft Walter, das ausgegebene Ziel einer Eigenkapitalrendite von zwölf Prozent nach Steuern erreichen zu können.

Außerdem richtet die Bank ihre Sparten in Anlehnung an große Wettbewerber neu aus: Das Mittelstandgeschäft soll ausgebaut werden und gehört nach der Neuaufstellung zu der Sparte, in der auch die Privatkunden betreut werden. Statt wie bisher an 120 Standorten würden vermögende Privatkunden und Mittelständler dann an 400 Orten beraten werden.

Die Mitarbeiter sollen mehr Arbeitszeit für Kundengespräche einsetzen, administrative Tätigkeiten wie etwa die Kreditbearbeitung werden in eine eigene Sparte ausgelagert. "Es handelt sich nicht um eine Revolution, sondern um eine Weiterentwicklung", meinte Walter.

Die zuletzt ertragsschwache Investmentbank wird stärker in den Bankkonzern integriert und trägt künftig den Namen Dresdner Kleinwort. Damit fällt der Zusatz "Wasserstein" weg, der auf den Investmentbanker Bruce Wasserstein zurückgeht - er ist längst zur Konkurrenz gewechselt. Auch beim Rivalen Commerzbank ist der Stellenabbau der vergangenen Jahre noch nicht abgeschlossen: Trotz steigender Gewinne werden dort nach früheren Angaben weitere 900 Arbeitsplätze gestrichen.

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