Dresdner Bank belastet die Allianz

- München - Die verlustreiche Tochter Dresdner Bank bleibt eine Belastung für Europas größten Versicherer Allianz. Trotz operativer Fortschritte steckte die Bank in den ersten neun Monaten weiter tief in den roten Zahlen und wird die gesteckten Ziele im laufenden Jahr verfehlen. An ein Erreichen der Gewinnschwelle bei der Bank glaubt Allianz-Vorstand Helmut Perlet aus heutiger Sicht nicht.

<P>Dank der Milliardeneinnahmen aus dem Beiersdorf-Verkauf und operativer Fortschritte will der Allianz-Konzern im Gesamtjahr aber wieder ein deutlich positives Ergebnis erzielen. Milliardenschwere Abschreibungen auf Wertpapiere, die Jahrhundertflut und die Probleme bei der Dresdner Bank hatten dem Konzern im vergangenen Jahr den ersten Verlust in der Nachkriegsgeschichte beschert.</P><P>Unter anderem durch deutlich reduzierte Abschreibungen auf Wertpapiere konnte die Allianz in den ersten Monaten wieder einen Gewinn von 421 Millionen Euro verbuchen nach einem Verlust von 974 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. "Wir liegen im Plan", sagte Perlet. Der positive Trend werde sich auch zum Geschäftsjahresende fortsetzen. Die Bruttobeitragseinnahmen im Versicherungsgeschäft steigerte die Allianz in den ersten drei Quartalen um 4,5 % auf 64,2 Milliarden Euro. Die Allianz-Aktien verloren gestern zeitweise 0,79 % auf 94,50 Euro.</P><P>Auch bei der Dresdner Bank, der die Allianz einen rigiden Sparkurs mit einem Abbau von mehr als 15 000 Stellen verordnet hatte, sieht Perlet Fortschritte. So konnte das Geldhaus den operativen Verlust in den ersten neun Monaten durch die Erholung an den Aktienmärkten, eine deutlich reduzierte Risikovorsorge für faule Kredite und geringere Verwaltungskosten von 1,67 Milliarden auf 70 Millionen Euro reduzieren. Im kommenden Jahr werde die Dresdner Bank voraussichtlich die Gewinnschwelle erreichen, sagte Perlet. Vorerst schlug das Bankgeschäft allerdings noch mit einem Minus von 454 Millionen Euro in der Allianz-Bilanz zu Buche. "Wir werden die weiter notwendigen Restrukturierungen mit Tempo vorantreiben", kündigte Perlet an.</P><P>Der Verkauf der Beiersdorf-Beteiligung bringt die Allianz bei ihrem Ziel eines deutlich positiven Ergebnisses im Gesamtjahr entscheidend voran. Der Konzern erwartet einen Veräußerungsgewinn von 2,9 Milliarden Euro aus der Transaktion, die im vierten Quartal in die Bilanz einfließen wird. Im Oktober hatte der Versicherungskonzern die 40 %-Beteiligung an dem Kosmetik-Unternehmen für 4,4 Milliarden Euro an eine Investorengruppe um den Kaffeeröster Tchibo abgegeben. Ohne den Beiersdorf-Verkauf wären andere Gewinne realisiert worden, der Konzern habe mit mehr als 19 Milliarden Euro an stillen Reserven genügend Flexibilität dazu, betonte Perlet. 2004 werde die Allianz ihre operative Ertragskraft im Vergleich zu 2003 weiter steigern. </P>

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