Dresdner Bank will Rendite fast verfünffachen

- Frankfurt/Main - Die Dresdner Bank will nach der Rückkehr in die Gewinnzone in diesem Jahr ihren Erholungskurs fortsetzen und die Rendite deutlich steigern. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern solle vom niedrigen Niveau von 1,7 Prozent 2004 auf 8,9 Prozent fast verfünffacht werden, teilte die zweitgrößte deutsche Bank am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Frankfurt mit. Bis 2007 sollen die Erträge um jeweils vier Prozent bei konstanten Kosten und Risikovorsorge steigen.

<P>Das Ergebnis nach Steuern kletterte 2004 nach einem Verlust von 1,978 Milliarden Euro im Vorjahr auf plus 85 Millionen Euro. Dabei kam die Bank nur dank Steuerrückzahlungen in die schwarzen Zahlen (Ergebnis vor Steuern: minus 69 Mio Euro). Die ursprünglichen Ziele wurden dennoch übertroffen. "Wir sind mit der Dresdner Bank noch lange nicht da, wo wir hinwollen. Aber 2004 war eine wichtige Etappe", sagte Vorstandschef Herbert Walter. "Die Rosskur hat sich gelohnt."<BR><BR>Bei dem Ziel, in diesem Jahr über die Allianz-Agenturen zusätzliche 300 000 Kunden zu gewinnen, liege die Bank im Plan. Pro Woche würden sich 6000 bis 6500 Versicherungskunden für Bankprodukte wie eine Konto-Einrichtung oder einen Wertpapierkauf entscheiden.<BR><BR>Ziel des Programms ist es, den Erfolg eines integrierten Finanzdienstleisters aus Allianz und Dresdner Bank mit insgesamt etwa 12 000 Standorten unter Beweis zu stellen. Die Dresdner Bank selbst verfügt über knapp 950 eigene Filialen. Mittelfristig soll die Kundenzahl von derzeit 5,3 Millionen auf 6,5 Millionen oder einen Marktanteil von zehn Prozent gesteigert werden.<BR><BR>Während die Erträge im eigentlichen Bankgeschäft 2004 um fünf Prozent rückläufig waren, profitierte das Finanzhaus von den geringeren Personalkosten und einer gesunkenen Risikovorsorge für notleidende Kredite. Im Vorjahr waren zudem hohe Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten angefallen. Die Zahlen wichen auf Grund unterschiedlicher Bewertungen leicht von den Angaben ab, die der Mutterkonzern Allianz in der vergangenen Woche für seine Banksparte gemacht hatte.<BR><BR>Von den 4700 Stellen, die bis Ende diesen Jahres zusätzlich gestrichen werden sollten, seien 80 Prozent oder rund 3750 abgebaut. Weitere freiwillige Aufhebungsverträge seien bereits unterzeichnet. Betriebsbedingte Kündigungen "in nennenswerter Zahl" würden nicht erforderlich sein, meinte Walter. Seit 2001 hat die Bank mehr als 16 000 Jobs gekürzt, die Mitarbeiterzahl ist inzwischen auf 30 154 gesunken.<BR><BR>Die angepeilte Eigenkapitalrendite für 2005 würde bedeuten, dass die Bank die so genannten Kapitalkosten verdient. Vor Steuern entspricht der Wert knapp 13 Prozent. Die für ihre Gewinnziele kritisierte Deutsche Bank will in diesem Jahr auf eine Rendite von 25 Prozent vor Steuern kommen.<BR><BR>Die Dresdner Bank erreichte 2004 eine Bilanzsumme von 524 Milliarden Euro und setzte sich damit klar vor die ehemals zweitgrößte Bank in Deutschland, die Münchner HypoVereinsbank (468 Mrd Euro). Die Bilanzsumme ist ein Maß für die Größe eines Kreditinstituts.<BR><BR>Als ein Wachstumsfeld hat die Bank das Geschäft mit Verbraucherkrediten ins Auge gefasst. In der vergangenen Woche wurden die Verträge für eine Zusammenarbeit mit dem französischen Partner Cetelem unterschrieben, starten soll das neue Angebot im Sommer. Das Neugeschäft mit Ratenkrediten soll dadurch um 30 Prozent gesteigert werden. </P>

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