Angebot liegt auf dem Tisch

Dritte Tarifrunde im Einzelhandel ergebnislos

München - Immer noch kein Ergebnis: Arbeitgeber und Gewerkschaft kommen bei ihren Tarifverhandlungen für den bayerischen Einzelhandel auf keinen gemeinsamen Nenner. Nun liegt ein erstes Angebot auf dem Tisch.

Auch die dritte Verhandlungsrunde im Tarifstreit des bayerischen Einzelhandels am Montag in München ist ohne Ergebnis geblieben. Zwar legte die Arbeitgeberseite erstmals ein Angebot vor, aber die Gewerkschaft lehnte es umgehend ab. Demnach sollten die rund 335 000 Beschäftigten zum 1. August 2,5 Prozent mehr Geld bekommen und zum 1. Mai kommenden Jahres nochmals 1,5 Prozent. Das Angebot sei nach baden-württembergischen Vorbild an Änderungen beim Manteltarifvertrag gekoppelt, sagte Arbeitgeber-Verhandlungsführer Martin Aigner.

Nach Angaben der Gewerkschaft würde das Angebot einen Reallohnverlust für die Beschäftigten bedeuten. Die Bezahlung im Einzelhandel würde so noch weiter von der allgemeinen Lohnentwicklung abgekoppelt, kritisierte Verdi-Verhandlungsführer Hubert Thiermeyer: „Sie machen damit Einzelhandels-Beschäftigte zu Beschäftigten zweiter Klasse.“ Zudem kritisieren die Gewerkschafter, dass das Angebot an Abstriche beim im Manteltarifvertrag geknüpft ist. Die Beschäftigten wollten „endlich tariflich abgesicherte Entgelterhöhungen, weil sie sich diese verdient und längst erarbeitet haben“, sagte Thiermeyer.

Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Lohn

Die Arbeitgeber wollen die Arbeitszeit flexibler gestalten und für das Einräumen von Waren in den Geschäften keine Zuschlägen für Spät- und Nachtarbeit mehr zahlen. Damit solle diese oft an Subunternehmen ausgelagerte Arbeit in die Stammbelegschaften zurückgeholt werden.

Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Geld für die Beschäftigten. Mit Streikaktionen hat Verdi in den vergangen Wochen ihre Forderungen untermauert. Auch künftig solle es Aktionen geben, aber nicht mehr in dem Maße wie vor den Verhandlungen am Montag, sagte Thiermeyer. Am 30. Juli wollen sich Spitzenvertreter beider Seiten zu Sondierungsgesprächen treffen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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