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Druck auf Milchpreise bleibt trotz erster Erhöhungen

Berlin - Trotz wochenlanger Protestaktionen der Milchbauern bleibt der Milchpreis unter Druck. Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd haben ihre Preise für Frischmilch nur um sieben Cent erhöht, wollen aber den Molkereien zehn Cent pro Liter mehr zahlen.

Das teilten die Unternehmen am Dienstag mit. Der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Roland Döhrn, rechnet aber nicht mit langfristig höheren Milchpreisen. Zu bild.de (Dienstag) sagte er: "Es ist zu erwarten, dass der Preis schnell wieder bröckelt. Der Milchpreis ist ein sogenannter Signalpreis - da ist der Wettbewerb und damit der Preisdruck unter den Handelsketten besonders hoch." Auch die Molkereien erwarten dem Bericht zufolge, dass Milch wieder günstiger wird. Werner Hahn, Vorstand des bundesweit fünftgrößten Milchverarbeiters Ehrmann, sagte zu bild.de: "Durch den Streik der Milchbauern ist derzeit irre viel Milch da, es gibt mindestens zwei Tageslieferungen mehr als sonst." Sollte das Milch-Angebot hoch bleiben, seien "höhere Preise dauerhaft nicht möglich".

Auch bei Deutschlands größter Molkerei Nordmilch sei die Skepsis hoch, so der Bericht. "Der Milchpreis kann nicht einfach festgelegt werden, sondern muss sich am Markt bilden", sagte Nordmilch-Vorstand Martin Mischel zu bild.de. "Wenn nun einige Discounter den Preis für Milch erhöhen, heißt das noch lange nicht, dass sie dauerhaft überall teurer wird." Die Bauern würden künftig aber in jedem Fall mehr Geld je Liter bekommen als bisher. Der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, reagierte auf bild.de empört auf die Prognosen der Experten. "Diese Aussage zeigt nur, dass die Molkereien gar nicht ernsthaft über dauerhaft höhere Preise verhandeln wollen", sagte Schaber. Schaber drohte den Molkereien offen mit einem erneuten Streik, sollten die Preise im Handel wieder fallen.

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) will angesichts der Drohung der Milchbauern alle Beteiligten möglichst bald an einen Tisch holen. In der kommenden Woche sei ein erstes Treffen geplant, hieß es aus Regierungskreisen. Nach tagelangem Lieferstopp der Milchbauern hatten verschiedene Handelskonzerne in der vergangenen Woche angekündigt, die Preise zu erhöhen oder zumindest in Verhandlungen darüber zu treten. Rewe, Edeka und Lidl hatten am Montag die Preise für Milch um zehn Cent pro Liter angehoben. Zum Teil stiegen auch die Butterpreise um 20 Cent.

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