+
Karibik-Urlauber am Strand mit Palmen und Hängematten. Aktuelle Zahlen belegen: Die deutsche Reisebranche lässt die Wirtschaftskrise hinter sich.

DRV: "Deutschland bleibt Reiseweltmeister"

Agadir - Vulkanasche aus Island, Streiks im Luftverkehr oder Ausschreitungen in Thailand - die Urlaubsbranche spürte in den vergangenen zwölf Monaten oft Gegenwind. Doch Deutschland bleibt auch 2010 Reiseweltmeister.

Die Reisebranche lässt die Wirtschaftskrise hinter sich. “Die Deutschen reisen wieder mehr und geben auch wieder mehr für den Urlaub aus“, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Klaus Laepple, am Donnerstag anlässlich der 60. Jahrestagung des Verbandes im marokkanischen Ferienort Agadir. “Damit bleibt unsere Nation zum wiederholten Male auch 2010 Reiseweltmeister.“

Nach ersten Hochrechnungen des DRV steigerten die deutschen Reiseveranstalter ihre Umsätze im Ende Oktober beendeten Tourismusjahr 2009/10 um zwei bis drei Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Weil die Preise im Schnitt sanken, stieg die Zahl der Urlauber sogar noch kräftiger an - um rund fünf Prozent, schätzt der DRV.

Bei den beliebten Zielen am Mittelmeer geht der Trend eindeutig von West nach Ost. Spanien konnte nach den Rückgängen der vergangenen Jahre den Abwärtstrend zwar stoppen, die Türkei legte aber um neun Prozent zu. Auch die Fernreiseziele lockten wieder vier Prozent mehr Urlauber an - nach Ansicht des Verbandes eine Folge des günstigen Dollar-Wechselkurses und niedrigerer Kerosinpreis-Zuschläge. Stark überdurchschnittlich wuchs auch der Kreuzfahrtenmarkt mit einem Umsatzplus von zwölf Prozent.

Die Flops: Das nervt im Urlaub

Die Flops: Das nervt im Urlaub

“Für die gerade begonnene Wintersaison 2010/11 stehen die Vorzeichen für eine weitere positive Entwicklung recht gut“, sagte Laepple laut Mitteilung. Der gebuchte Umsatz liege derzeit prozentual zweistellig im Plus. Allerdings gebe es auch Unsicherheiten. So werde die Luftverkehrssteuer viele Reisen teurer machen und die Nachfrage bremsen.

Die Zahl der Reisebüros ging in Deutschland weiter zurück und lag zuletzt bei 10 370. Allein die Zahl der klassischen Reisebüros - im Gegensatz zu Buchungsstellen für Geschäftsreisen - sank um rund 300, weil 720 Büro geschlossen wurden und nur rund 420 Büros neu öffneten. Insgesamt gibt es nach der jüngsten Erhebung 11,7 Reisebüros pro 100 000 Einwohner, was im internationalen Vergleich sehr hoch ist. Im Vorjahr waren es noch 12,0 Reisebüros pro 100 000 Einwohner, im Jahr 2005 sogar 14,1 Büros. Der Umsatz pro Reisebüro ist dadurch weiter gestiegen.

Auf der Jahresversammlung diskutieren mehrere hundert Experten aus Reisebüros, Veranstaltern, Fluggesellschaften oder auch aus der Hotelbranche über die jüngsten Trends im Reisegeschäft. Zu den größten Anbietern in Deutschland zählen die TUI, Thomas Cook mit Marken wie Neckermann Reisen und Condor sowie die Rewe-Veranstalter wie Dertour.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Supermarktkette ruft dieses Produkt wegen Salmonellen-Gefahr zurück
Wegen der Gefahr von Salmonellen warnt eine Supermarktkette ihre Kunden und hat ein Produkt zurückgerufen. 
Supermarktkette ruft dieses Produkt wegen Salmonellen-Gefahr zurück
Handelsstreit mit USA: EU will trotz düsterer Signale reden
Im Zollstreit mit den USA tickt die Uhr. Wenn es bis zum kommenden Donnerstag keine Einigung gibt, droht eine Eskalation mit unabsehbaren Folgen - und die Chancen für …
Handelsstreit mit USA: EU will trotz düsterer Signale reden
„Das will doch keiner sehen ...“ - Frauen gehen auf Aldi los
Neue Produkte werden unter Aldi-Kunden stets ausführlich diskutiert. In diesem Fall wettern vor allem Frauen gegen den Discounter.
„Das will doch keiner sehen ...“ - Frauen gehen auf Aldi los
Streik in Frankreich führt zu Flugausfällen
Immer wieder der Luftverkehr: Nach vielen Streiktagen bei Air France sorgt nun auch ein Streik im öffentlichen Dienst in Frankreich für Flugausfälle.
Streik in Frankreich führt zu Flugausfällen

Kommentare