Dubiose Kursgewinne

36.000 Prozent Plus: Billig-Aktie gestoppt

Washington - Wenn eine Briefkastenfirma, die angeblich Kontakte zu Promis verkauft, auf einmal sechs Milliarden Dollar wert ist, ist das ziemlich verdächtig. Die US-Börsenaufsicht zog deshalb die Bremse.

Die Firma Cynk hat keinen Umsatz und weist nur einen Mitarbeiter aus - und dennoch war der Betreiber des völlig unbekannten Online-Netzwerks an der Börse plötzlich sechs Milliarden Dollar wert. Die US-Börsenaufsicht SEC schritt ein und setzte am Wochenende den Handel mit den Aktie zunächst für knapp zwei Wochen aus. So soll verhindert werden, dass bei einem eventuell künstlich aufgeblähten Kurs Anleger zu Schaden kommen.

Noch Anfang Juni kostete die Cynk-Aktie wie monatelang davor lediglich 10 US-Cent. Dann setzte ein steiles Kurswachstum bei niedrigen Handelsumsätzen ein. Als der Kurs dann binnen drei Tagen von 5 auf zeitweise über 20 Dollar am vergangenen Donnerstag hochsprang, hatte die SEC genug und zog die Notbremse. Auch zum letzten registrierten Preis von 13,90 Dollar wäre Cynk immer noch über vier Milliarden Dollar wert.

Kuriose Geschäftsidee: Kontakt zu Promis gegen Geld 

Cynks Website Introbiz bezeichnet sich als „Social Marketplace“ und verspricht unter anderem Zugang zu Kontaktdaten von Prominenten gegen Bezahlung. Als Geschäftsidee wird angegeben, dass Leute für das Knüpfen sinnvoller Kontakte Geld bezahlen würden. Laut dem letzten eingereichten Geschäftsbericht von November 2013 hatte das Unternehmen noch keinen Umsatz. Bei den späteren fälligen Berichten verpasste Cynk die Fristen. Die Firma hatte laut Börsenunterlagen vier Chefs seit 2008. Der Sitz des Unternehmens soll aktuell die Karibik-Republik Belize sein.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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