Duisenberg drängt auf Reformen

- Straßburg - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, hat die EU-Staaten eindringlich zu Reformen aufgefordert. Bei seinem voraussichtlich letzten Auftritt im Europaparlament in Straßburg kritisierte der in wenigen Monaten ausscheidende EZB-Präsident den Reformstau in einigen Mitgliedsländern scharf: "Die Regierungen einiger Mitgliedsländer können sich nicht mehr hinter der EZB verstecken, um einen Deckmantel für ihr eigenes Versagen bei der Umsetzung dringender Strukturreformen zu haben", sagte er.

<P>Mit den jüngsten Zinssenkungen auf jetzt zwei Prozent und dem Erreichen der Preisstabilität habe die Zentralbank ihre Rolle gespielt, um die Bedingungen für die Wiederbelebung der Wirtschaft und für Beschäftigungswachstum zu schaffen. Der Preisauftrieb bleibt nach Duisenbergs Einschätzung auch auf längere Sicht im Zaum. </P><P>"In den restlichen Monaten diesen Jahres wird sich die Preissteigerung weiter um die zwei Prozent bewegen, Anfang 2004 wird sie nach jetzigen Erwartungen erheblich darunter liegen." Bis 2005 werde sich die Inflation wieder bei zwei Prozent einpendeln. Diese Marke stellt für die EZB eine Warnschwelle dar, unter der aus Sicht der Währungshüter Preisstabilität herrscht.<BR><BR>Die Gefahr der Deflation sehe er weder in der Euro-Zone noch in einzelnen Mitgliedsländern, sagte Duisenberg. Der scheidende EZBPräsident wurde von den Parlamentariern für seine Arbeit gelobt. Trotz etlicher Krisen habe er den Euro stabil gehalten und das Vertrauen der Bürger gewonnen.<BR></P>

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