Durchsuchungen bei Bilfinger Berger

- Mannheim/Bochum - Die Staatsanwaltschaft Bochum hat am Mittwoch die Zentrale von Bilfinger Berger in Mannheim und die Niederlassung in Essen wegen des Verdachtes der Untreue und des Verstoßes gegen Wettbewerbsvorschriften durchsucht. Einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) bestätigte ein Sprecher des zweitgrößten deutschen Baukonzerns am Mittwoch in Mannheim.

Nach Bestätigung der Ermittler hat der Konkurrent Walter Heilit Verkehrswegebau, ein Überbleibsel der vor acht Monaten Pleite gegangen Walter-Bau AG, Anzeige erstattet. Frühere HeilitFührungskräfte sollen Daten über lukrative Bauaufträge in der alten Firma gelöscht und zum neuen Arbeitgeber Bilfinger Berger mitgenommen haben. Die Beschuldigten weisen die Anschuldigungen nach Angaben der Zeitung zurück.

Die Staatsanwaltschaft erklärte unterdessen, die beschlagnahmten Unterlagen seien noch nicht gesichtet. Es könne noch nichts gesagt werden.

Nach Darstellung von Bilfinger Berger richten sich die Ermittlungen gegen ehemalige Mitarbeiter von Walter Heilit Verkehrswegebau, die zu Bilfinger Berger gewechselt waren. Das Unternehmen betonte, es werde die Staatsanwaltschaft bei der Aufklärung des Sachverhalts uneingeschränkt unterstützen. "Wir würden es nicht dulden, wenn Mitarbeiter, die zu uns wechseln, in strafrechtlich relevanter Weise Informationen mitnehmen und verwerten", sagte ein Bilfinger-Berger-Sprecher.

Die Strabag übernimmt vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes den profitablen Verkehrswegebau der insolventen WalterGruppe. Bilfinger Berger war interessiert, hatte aber das Nachsehen und gründete danach eine eigene Sparte Verkehrswegebau, teils mit ExFührungskräften von Walter Heilit. Die bezichtigt Bilfinger illegaler Abwerbemethoden und verklagte mit Einverständnis des neuen Inhabers Strabag den Konkurrenten. Das Landgericht in München wies die Klage ab, demnächst soll in zweiter Instanz verhandelt werden.

(Der Zeitungsbeitrag lag dpa in redaktioneller Fassung vor)

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