Durst in Deutschland noch nicht gestillt

- München - Der weltgrößte Bierbrauer, das belgische Unternehmen Inbev (unter anderem Becks, Hasseröder und die Spaten-Franziskaner-Löwenbräu-Gruppe) kann sich vorstellen, in Deutschland weitere Biermarken zu übernehmen. Die richtige Marke zum richtigen Preis würde man sich ansehen, sagte Inbev-Chef John Brock gestern in München. "Deutschland ist für unseren Konzern ein strategisch wichtiger Markt, der größte in Westeuropa", so Brock. Größe sei zwar kein Wert an sich, die Eroberung der Marktführerschaft aber nicht uninteressant.

Derzeit sieht sich Inbev mit einem Marktanteil von zehn Prozent und einem Ausstoß von zwölf Millionen Hektolitern im Jahr als Nummer zwei hinter dem Oetker-Konzern. Im ersten Halbjahr wuchs der Marktanteil von Inbev in Deutschland nach Konzernangaben um 0,2 Prozent. Besonders gut entwickelten sich Becks mit einem Absatzwachstum von zwölf Prozent. Hasseröder legte um sechs Prozent zu. Der Bruttogewinn steigerte sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 11,4 Prozent.

Ein Wachstumsschub, den Deutschland-Chef Alain Beyens konsequent steigern will: "Wir wollen so aggressiv wachsen, wie wir können." Im schwierigen Markt setze der Konzern insbesondere auf ein Portfolio verschiedener Marken sowie auf die Markteinführung neuer Produkte wie etwa den neuesten Coup Beck's Green Lemon, ein Biermischgetränk mit Limone. Daneben wolle man sich verstärkt an Kundenbedürfnissen orientieren und die Ausbildung der rund 4000 Mitarbeiter verbessern. Gepaart mit nachhaltigem Spitzenwachstum und kontinuierlicher Kostenreduzierung wolle man sich so vom Größten zum Besten entwickeln.

Aber nicht nur Inbev, auch ein bayerisches Brauerquartett geht in die Offensive. Mit Spezialisierung und Exportkooperationen wollen die mittelständischen Betriebe Weißbierbrauerei Hopf, Neumarkter Lammsbräu sowie Meckatzer und St. Georgenbräu gegen den Wettbewerb mit großen Brauereien im Export gerüstet sein.

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