Durststrecke bei Volkswagen dauert an

- Wolfsburg - Europas größter Autobauer Volkswagen konzentriert seine Hoffnungen nach einem herben Gewinneinbruch im ersten Halbjahr auf den neuen Golf. In den ersten sechs Monaten drückten die schwache Autokonjunktur in den USA und Europa, hohe Kosten für neue Modelle sowie der starke Euro das Ergebnis des Konzerns unter dem Strich um 57,5 Prozent auf 596 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Volkswagen einen "deutlichen" Rückgang des operativen Ergebnisses. Mit dem Golf, der im Herbst startet, will VW 2004 wieder auf die Erfolgsspur zurückkehren.

Die Durststrecke bei VW hielt auch im zweiten Quartal 2003 an dennoch legte die Aktie zu. Das VW-Papier stieg zwischenzeitlich um 2,23 Prozent auf 37,11 Euro. Anleger hätten ihre schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt gesehen, sagten Marktexperten.<BR><BR>Nach Darstellung von VW war das erste Halbjahr insbesondere von Absatzrückgängen auf wichtigen Märkten und dem anhaltend hohen Kurs-Niveau des Euro gekennzeichnet. Alleine der starke Euro belastete das Ergebnis in den ersten sechs Monaten mit 800 Millionen Euro.<BR><BR>Allerdings sichert Volkswagen - im Gegensatz zu den meisten anderen Autokonzernen mit hohem Exportanteil in den Dollarraum - traditionell nur rund 40 Prozent des entsprechenden Volumens über Termingeschäfte an den Devisenmärkten ab. Bei einem starken Euro wirkt sich dies negativ auf das Ergebnis aus.<BR><BR>VW zufolge haben zudem Anlaufkosten und Vorleistungen für neue Modelle das operative Ergebnis im ersten Halbjahr nach unten gezogen. Nach 4,76 Milliarden Euro 2002 werde es im Gesamtjahr 2003 deutlich zurückgehen - vor allem auf Grund von Sondereinflüssen durch Restrukturierungen in Brasilien.<BR><BR>Die Autokrise legt vor allem hausgemachte Schwächen in der VW-Modellpolitik bloß. Vor allem der veraltete Golf IV fand zuletzt immer weniger Käufer. Vom neuen Golf will das Unternehmen im nächsten Jahr 800 000 Stück verkaufen. Hoffnungen setzt VW auch auf die anderen neuen Modelle, Touareg, Touran sowie die Audi-Modelle A3 und A8.<BR><BR>Die Zahlen, die VW-Chef Bernd Pischetsrieder präsentierte, waren nicht ganz so katastrophal, wie die Anleger befürchtet hatten.

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