Die Stadt Offenbach setzt zukünftig auf den elektrischen Urbino 18 - Die fielen aber erstmal aus.
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Die Stadt Offenbach setzt zukünftig auf den elektrischen Urbino 18. Zum Start fielen aber drei Busse erstmal aus.

Nahverkehr

Offenbach: Elektro-Busse schaffen Steigung nicht - Stadt: Mängel bei Neufahrzeugen „völlig normal“

Offenbach will bei der Verkehrswende vorangehen und stellt seine Fahrzeugflotte auf Elektro um. Doch der Umstieg ist schwieriger als gedacht.

Offenbach - Die Stadt Offenbach* setzt im Nahverkehr auf E-Mobilität. Dazu wurden im vergangenen Jahr die ersten Elektro-Busse beschafft, dieses Jahr folgten 17 weitere neue Fahrzeuge. Laut Pressemitteilung der Stadt Offenbach begreife man die Umstellung als „wichtigen Bestandteil einer nachhaltigen, klimaverträglichen Stadt- und Verkehrsentwicklung“. Bis Ende 2021 soll sich die Gesamtzahl der E-Busse in der Stadt auf 36 erhöhen. Das entspräche rund 40 Prozent der gesamten Fahrzeugflotte. Damit ist die Stadt gut aufgestellt. Branchenexperten erwarten, dass der Verbrennungsmotor in den nächsten Jahren vollständig von Europas Straßen verschwindet.

Die Busse stammen vom polnischen Hersteller Solaris. Dieser liefert Fahrzeuge des Typs „Urbino 12 electric“ und „Urbino 18 electric“ an die Stadt Offenbach aus. Solaris bezeichnet sich selbst als Hersteller mit 25-jähriger Tradition, der unter anderem für den Urbino 12 electric den „prestigeträchtigen Preis „Bus of The Year 2017” verliehen bekam.

E-Busse: Zweifel an der Alltagstauglichkeit

Zumindest beim Urbino 18 kamen zuletzt allerdings Zweifel an der Alltagstauglichkeit auf. Wie op-online.de berichtet, scheiterten drei der vollelektrischen, dreiachsigen Gelenkbusse an einer Unterführung im Offenbacher Stadteil Bieber. Für sie erwies sich das ansteigende Gelände als zu steil.

Einige Beobachter vermuteten, dass die elektrischen Busse möglicherweise nicht die gleiche Leistung bringen könnten, wie die Vorgänger mit Verbrenner-Motor.

Stadt: Anlaufschwierigkeiten für neue Fahrzeuge „völlig normal“

Die Stadt Offenbach wies dies jedoch zurück. In einer Stellungnahme hieß es, dass derartige Vorfälle für neue Fahrzeuge „völlig normal“ seien. In der Vergangenheit hatten auch neue Verbrenner-Busse technische Probleme. So sei bei manchen Fahrzeugen etwa die Kühlung ausgefallen oder es kam zu Problemen mit dem Gaspedal. Hier seien die Hersteller in der Pflicht, die Mängel sofort zu beheben, hieß es.

So konnte auch das Problem mit den E-Bussen beseitigt werden. Vor Ort überprüften Techniker der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB) gemeinsam mit dem Hersteller Solaris, wie es zu den Ausfällen der drei E-Busse kommen konnte.

Stadt Offenbach: Trotz Pannen keine Kosten

Als Problem wurden dabei schnell die sogenannten Haltestellenbremsen identifiziert. Dieser Sicherheitsmechanismus blockiert üblicherweise das Anfahren der Busse bei geöffneten Türen und sei an der Steigung angesprungen, um ein Zurückrollen der Fahrzeuge zu verhindern.

Abgesehen vom Ärger kam die Stadt allerdings glimpflich davon. Weil die Busse noch in der Garantie waren, ging die Mängelbeseitigung komplett auf Kosten des Herstellers. Ob der Umstieg auf E-Fahrzeuge allerdings in allen Fällen sinnvoll ist, wird gerade an ganz anderer Stelle diskutiert.*op-online ist Teil von IPPEN.DIGITAL.

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