E-Plus-Chef rechnet mit Ende herkömmlicher Handygespräche

-

Berlin/Düsseldorf (dpa) - Der Chef des drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieters E-Plus, Thorsten Dirks, rechnet mit einem Ende für herkömmliche Handy-Gespräche.

"Die Mobilfunkunternehmen werden in fünf, sechs Jahren zu reinen Datentransporteuren", sagte Dirks der "Berliner Zeitung" (Samstag). Langfristig werde sich das Geschäftsmodell von Mobilfunknetzbetreibern dem von Festnetz- Internetanbietern angleichen. "Der Kunde wird einen Pauschalpreis für unbegrenzten Datenverkehr zahlen und kann sich auf sein Handy eine Internet-Telefoniesoftware installieren, über die er dann alle Gespräche ohne weitere Zusatzkosten führt."

Anders als viele Konkurrenten sieht Dirks darin keine Bedrohung für das eigene Unternehmen. "Unsere Branche wird weiterhin gutes Geld verdienen. Dann eben mit Datenanschlüssen." Es bringe nichts, wie das Kaninchen gebannt auf die Schlange zu starren. "Das Mobiltelefon als reiner mobiler Internetanschluss wird kommen. So oder so", sagte der E-Plus-Chef.

Verständnis äußerte Dirks für die Absicht des weltgrößten Mobiltelefonherstellers Nokia, nun auch ins Internet-Geschäft einzusteigen. Die Zuwächse der Handy-Hersteller kämen inzwischen vor allem aus Schwellenländern. Mit den dort verkauften Einfach-Handys ließen sich aber nicht mehr allzu hohe Renditen erzielen. Deshalb versuche Nokia, nun auch im Internet zu punkten. "Ich habe da überhaupt keine Berührungsängste", sagte Dirks.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Die EU-Kommission will die Risiken des Zusammenschlusses für den Wettbewerb in der Agrarchemie genauer unter die Lupe nehmen. Bayer reagiert darauf gelassen. Der Konzern …
Brüssel prüft Monsanto-Übernahme durch Bayer genauer
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Alles dauert viel länger als zunächst gedacht. Erst am 7. Oktober sollen wieder Züge auf der europäischen Hauptachse Rheintalbahn fahren. Bis dahin muss das Notkonzept …
Rheintalbahn soll am 7. Oktober wieder freigegeben werden
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bei der Eröffnung der Computerspielemesse Gamescom der Branche eine stärkere staatliche Förderung in Aussicht gestellt.
Merkel will Spiele-Entwickler mit mehr Geld fördern
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen
Die Experten von Finanztest nahmen 231 Gehalts- und Girokonten von 104 Banken unter die Lupe. Einige Geldinstitute zocken bei den Gebühren so richtig ab. Dann ist die …
Bei mehr als 60 Euro Gebühren fürs Konto die Notbremse ziehen

Kommentare