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EADS beendet Hängepartie - Konzern aber weiter unter Druck

München/Paris - Der krisengeschüttelte EADS-Konzern kann zumindest mit einem Problem weniger ins neue Jahr gehen. Zwar mit einiger Verspätung, aber noch rechtzeitig vor Weihnachten ist die Hängepartie um die Zukunft von europaweit sechs Werken mit fast 10 000 Beschäftigten zunächst beendet.

Dabei setzt der Konzern in Deutschland - wie von der Politik zuletzt massiv gefordert - auf eine nationale Lösung: Die Airbus-Werke Nordenham und Varel sowie der EADS-Standort Augsburg sollen an die Bremer OHB verkauft werden. Für die Beschäftigten aber ist das kein Trost. "Ich gehe nicht mit guter Stimmung ins neue Jahr", sagte Peter Schönfelder, Betriebsratsvorsitzender in Augsburg. "Für die Arbeitnehmer bleiben viele Fragezeichen."

Der Konzern steckt in einer Dauerkrise. "2006 ist für uns das 'annus horribilis'", hatte der heutige Airbus-Chef Tom Enders vor genau einem Jahr als EADS-Co-Chef gesagt. Damals wusste er noch nicht, dass 2007 nicht viel besser werden würde. Zu den Problemen beim Riesenflieger A380 gesellten sich Verzögerungen beim Militärtransporter A400M hinzu; die Probleme bei der Flugzeugtochter Airbus verhageln in diesem Jahr das Ergebnis. Allein in den ersten neun Monaten machte der EADS-Konzern mehr als 700 Millionen Euro Verlust. Der starke Euro hat zudem alle Budgetplanungen über den Haufen geworfen. Das Sparprogramm "Power8" muss nochmals verschärft werden.

Mit dem Verkauf von Werken will die EADS künftig nicht mehr so viele Risiken auf den eigenen Schultern tragen müssen. Vor allem angesichts der anhaltenden Dollarschwäche aber gestaltete sich der Verkaufsprozess schwierig. Als Favorit des Airbus-Managements galt zuletzt der Boeing-Zulieferer Spirit. Bei der Bundesregierung und bei Niedersachsens Landesregierung gab es aber schwere Bedenken gegen einen Verkauf der Werke ins Ausland. Die Bundesregierung begrüßte denn am Mittwoch auch ausdrücklich, dass OHB zum Zuge kam.

Natürlich gebe es bei der EADS auch starken politischen Einfluss, sagt Winfried Becker, EADS-Spezialist bei Oppenheim Research. "Das ist so, seitdem die EADS aus der Taufe gehoben worden ist." Daher hätten wohl sowohl politische, als auch wirtschaftliche Gründe eine Rolle gespielt. Es sei jedenfalls eine Überraschung, dass Spirit nicht zum Zug gekommen sei. Ein Airbus-Sprecher dagegen betonte: "Die Politik hat keine Rolle gespielt." OHB habe Erfahrung mit leichten Materialien und am Ende das beste Angebot vorgelegt.

Für die Beschäftigten ist die Auswahl eines deutschen Bieters jedenfalls kein Grund zum Feiern. "Das ist kein Weihnachtsgeschenk", sagte Kai Werremeyer, Betriebsrat im Werk Nordenham. "Es gibt weiter Unsicherheit", bedauerte der Augsburger Betriebsratschef Schönfelder. So gebe es offenbar keine Arbeitsplatzgarantien. Auch von einer deutschen Lösung hätten die Beschäftigten erst einmal nichts. In der globalisierten Wirtschaftswelt spiele es keine Rolle mehr, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz habe. Zudem sei noch unklar, wer noch hinter OHB stehe. Den Arbeitnehmervertretern sei es am liebsten, wenn das Werk im EADS- Verbund bleibe. "Ich bin 44 Jahre bei dem Unternehmen, da geht es für einen natürlich ums Eingemachte."

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