EADS bemüht sich um Schadensbegrenzung

- München/Paris - Nach dem Streit wegen der Krise beim Prestigeprojekt A380 ist beim Flugzeugbau- und Rüstungskonzern EADS Schadensbegrenzung angesagt. Die verhärteten Fronten sollten gestern bei einem informellen Treffen der Führungsspitze in München geglättet werden. Das "Arbeitstreffen" sei ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen, sagte ein Unternehmenssprecher. Voraussichtlich würden aber weitere Gespräche über die Probleme beim weltgrößten Passagierjet anberaumt.

"Die Lieferverzögerungen beim A380 und die Ursachen dafür sind Themen, mit denen sich verschiedene Ebenen der EADS weiter befassen werden. Sicherlich wird es weitere Arbeitstreffen geben."

Aus dem Umfeld verlautete, in der dreistündigen Sitzung, an der sich dem Vernehmen nach neben der Verwaltungsratsspitze auch die beiden EADS-Chefs Noël Forgeard und Thomas Enders beteiligten, seien neben den Airbus-Produktionsproblemen auch Führungsquerelen thematisiert worden. Es sei um eine "Zwischenbilanz nach der Krise der vergangenen Tage als Folge der A380-Verzögerungen" gegangen.

Der Unternehmenssprecher erklärte, das Treffen habe "ganz im Zeichen der Sacharbeit gestanden". Schwerpunkt sei dabei die Frage gewesen, warum es so lange gedauert habe, bis die Probleme mit den Kabelbäumen für den A380 erkannt worden seien und wie dies künftig ausgeschlossen werden könne.

Wegen der Produktionsprobleme war es bei der EADS-Aktie zu einem Kursrutsch gekommen. Der Börsenwert des Unternehmens sank kurzfristig um über fünf Milliarden Euro. Die Pariser Börsenaufsicht AMF ermittelt nun wegen möglicher Insidergeschäfte beim Verkauf von EADS-Aktien am Airbus-Sitz im südfranzösischen Toulouse, teilte EADS mit. "EADS und Airbus kooperieren vollumfänglich mit der AMF in dieser Sache", heißt es in der Mitteilung des Mutterkonzerns von Airbus.

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