EADS erwägt Produktion in den USA

- München/Paris - Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hat seine Gewinnziele übertroffen und erwägt, verstärkt in Nordamerika und Asien zu produzieren, um dort seine Marktstellung auszubauen. Trotz unerwartet guter Geschäfte blickt EADS verhalten optimistisch in die Zukunft. Bei "annähernd 300" - nach 305 Auslieferungen von Airbus-Flugzeugen werde der Konzernumsatz 2004 stabil bleiben, teilte EADS mit.

<P>Als Schlüssel für den Durchbruch auf dem US-Militärmarkt erwägt EADS eine verstärkte Produktion in Nordamerika. Wie beim Bau von Hubschraubern könne EADS beim Bau von Tankflugzeugen für die US Air Force den Anteil der Wertschöpfung vor Ort erhöhen, sagte Co-Chef Rainer Hertrich. Auch eine andauernde Dollarschwäche könnte zu vermehrter Produktion außerhalb des Euro-Raumes führen. Ab 1,20 Dollar je Euro beginne es weh zu tun. Allerdings hat EADS die Hälfte des Dollarumsatzes gegen einen Währungsverfall abgesichert; für 2004 sind es 9,6 Milliarden.</P><P>"Wir befinden uns nun am Wendepunkt und erwarten mittelfristig stärkeres Wachstum", sagte Hertrich. Die Raumfahrtsparte soll 2004 die Verlustzone verlassen. "Eine Herausforderung für das Lenkwaffengeschäft" sind für EADS die deutschen Budget-Restriktionen; 150 Stellen fallen hier weg. Die Militärhubschrauber ("Tiger", NH-90) gäben mit dem Hochfahren der Fertigung eine "Grundlage für das Wachstum" des operativen Ergebnisses.</P><P>Nach einer Stagnation im laufenden Jahr erwartet EADS erst für 2005 steigende Aufträge und Auslieferungen von Airbus-Flugzeugen. Der Flugverkehr werde sich 2004 vom Doppelschock des Irakkrieges und der Sars-Seuche erholen und um 7 Prozent wachsen. In Asien sei mit 14 Prozent Wachstum zu rechnen, sagte EADS-Co-Chef Philippe Camus. Anfang 2005 soll zudem der Airbus A380 für 555 Passagiere zu seinem Jungfernflug abheben.<BR>Das Betriebsergebnis werde leicht steigen. Der Markt hatte bessere Aussagen erwartet und strafte die Erklärung mit einem Rückgang des Aktienkurses um 1,16 Prozent auf 18,72 Euro ab.<BR>2003 hatte EADS den Rivalen Boeing im Verkehrsflugzeugbau hinter sich gelassen und sich im Militärbereich in die Weltspitze geschoben. Dabei hatte der Konzern die Gewinnzone erreicht und das Betriebsergebnis deutlicher gesteigert als erwartet. Nach einem Fehlbetrag von 299 Millionen Euro wurde ein Überschuss von 152 Millionen Euro ausgewiesen. Davon sollen die Aktionäre - allen voran Daimler-Chrysler und Lagardè`re - mit einer Erhöhung der Dividende von 0,30 Euro auf 0,40 Euro je Aktie profitieren.</P><P>Der Ertrag vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg von 160 Millionen auf 561 Millionen Euro; vor Sonderposten wie dem Gewinnbeitrag von Dassault und der Firmenwertabschreibung ergibt sich eine Ebit-Steigerung von 1,43 auf 1,54 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 1 Prozent auf 30,13 Milliarden Euro.</P>

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