EADS investiert 180 Millionen Euro in neue Produktion in Augsburg

Der Airbus-Konzern EADS baut mit einem Investitionsaufwand von 180 Millionen Euro eine neue Produktionsanlage in Augsburg. Es werde die modernste Fertigung von leichten Kohlefaserverbundstoffen für den Flugzeugbau, berichtete der Augsburger EADS-Werkleiter Hans Lonsinger am Dienstag.

Auch beim EADS-Werk in Nordenham sollen rund 180 Millionen Euro investiert werden. In Augsburg und Nordenham werden laut Lonsinger die vorderen und hinteren Rumpfelemente für den Airbus gefertigt, in Varel erfolge die Einzelteilfertigung. Zugleich soll in Augsburg die neue Zentrale der Premium Aerotec GmbH für die Zulieferung zum Airbus A350-Programm als 100-prozentige EADS-Tochter entstehen.

Die Premium Aerotec werde die deutschen EADS-Werke in Nordenham, Varel und Augsburg mit rund 6000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa 1,3 Milliarden Euro managen. Die Leitung des Unternehmens soll Lonsinger übernehmen. Der Airbus-Mutterkonzern EADS wollte die Werke im Rahmen des Power-8-Sanierungsprogramms ursprünglich verkaufen. Dieser Plan scheiterte aber im Frühjahr unter anderem wegen des schwachen Dollarkurses. Deshalb entschloss sich EADS die Werke Varel, Nordenham und Augsburg in der Premium Aerotec zu bündeln, um zu einem späteren Zeitpunkt einen Käufer zu finden.

Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) begrüßte die Entscheidung der EADS-Zentrale für den Standort Augsburg. "Der Start der Premium Aerotec und die rund 180 Millionen-Neuinvestitionen werden den Standort als Top-Adresse in der deutschen Luftfahrtindustrie festigen und langfristig sichern." Mit Investitionen von über 60 Millionen Euro und dem Aufbau von außeruniversitären Spitzenforschungseinrichtungen unterstütze Bayern diesen Zukunftsmarkt in Schwaben.

Nach Angaben Lonsingers steht für die neue Produktionsanlage bereits ein Grundstück mit einer Größe von etwa 63 000 Quadratmetern im Stadtbereich Augsburg zur Verfügung. Hauptziel der Investitionen in Augsburg und Nordenham sei ein Strukturwandel im Flugzeugbau vom bisherigen Werkstoff Aluminium zur Kohlefaserverbundwerkstoff-Technik (CFK). Erste CFK-Bauteile aus Augsburg sollen Ende 2009 ausgeliefert werden.

Am Augsburger EADS-Standort sind nach Lonsingers Angaben rund 2300 Mitarbeiter beschäftigt. Die Gründung des neuen Werkes werde den Standort Augsburg und die Arbeitsplätze sichern. Je nach Auftragslage könnten neue Stellen entstehen. "Wir suchen im Moment rund 100 Ingenieure", sagte Lonsinger. Ein Vorteil für die EADS-Entscheidung für den Standort Augsburg sei die eigene Entwicklung von Kohlefaserverbundwerkstoffen in Augsburg. Bislang müsse dieser Werkstoff noch aus den USA und Japan eingeführt werden.

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) sprach von einem "Paukenschlag" für den Wirtschaftsstandort Augsburg. Damit nehme die Stadt eine "äußerst wichtige Schlüsselstellung" in der produzierenden Industrie ein. Im Umfeld um die Augsburger Universität mit zukünftigen Forschungseinrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft und des Deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entstehe mit dem neuen EADS-Werk ein zukunftsorientiertes, einzigartiges Technologiezentrum.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Athens Haushaltszahlen fallen positiv aus
Was die internationalen Geldgeber freuen dürfte, geht an den Menschen in Griechenland allerdings vorbei: Die Arbeitslosigkeit greift um sich. Junge Leute wandern aus.
Athens Haushaltszahlen fallen positiv aus
Touristenrekord trotz Terror: UNWTO sieht auch 2017 Anstieg
Die Reiselust lässt sich vom Terror nicht trüben. Dank des siebten Anstiegs in Folge wurde 2016 ein neuer weltweiter Touristenrekord erreicht. Eine vergleichbare …
Touristenrekord trotz Terror: UNWTO sieht auch 2017 Anstieg
General Motors kündigt Milliarden-Investition in den USA an
Detroit (dpa) - Nach den Konkurrenten Ford und Fiat Chrysler hat auch General Motors (GM) unter dem Druck des künftigen Präsidenten Donald Trump Investitionspläne in den …
General Motors kündigt Milliarden-Investition in den USA an
General Motors kündigt Milliarden-Investition in den USA an
Detroit - Autobauer General Motors will eine Milliarde US-Dollar in die heimische Produktion investieren. Der Grund? Donald Trumps Politik. 
General Motors kündigt Milliarden-Investition in den USA an

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion