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Auf diese Zahl hatten die Mitarbeiter von Eurofighter in Manching seit Anfang Dezember warten müssen: 1000 ihrer derzeit noch rund 4000 Stellen werden gestrichen.

Schock für Manching

EADS: Job-Kahlschlag in Bayern

Toulouse – Auf diese Zahl hatten die Mitarbeiter von Eurofighter in Manching seit Anfang Dezember warten müssen: 1000 ihrer derzeit noch rund 4000 Stellen werden im Rahmen des Sparprogramms der neuen Airbus-Sparte Defence and Space bis 2017 gestrichen.

Diese Zahl teilte gestern die Airbus-Konzernspitze ihren europäischen Betriebsräten mit. Manching ist der mit Abstand am stärksten getroffenen Standort vor Elancourt (Frankreich), wo 411 Stellen wegfallen. Während die französischen Zahlen gestern schon von den dortigen Gewerkschaften offiziell bekanntgemacht wurden, hielt die IG Metall die Details für Deutschland noch zurück. Doch aus Frankreich erfuhr unsere Zeitung die Zahl für Manching, die mittlerweile auch von Airbus-Kreisen bestätigt wurde.

Es gibt zwei Gründe für den Kahlschlag: Zum einen gab es in der bisherigen EADS zwei Sparten für Militärflugzeugbau: Cassidian mit Zentrum in Manching und Airbus-Military in Sevilla. Durch die Zusammenlegung fallen hohen Synergieeffekte an, die vor allem zu Lasten von Manching gehen.

Vor allem aber leidet der Standort an Auftragsmangel. Nachdem die Bundeswehr entgegen ursprünglichen Abmachungen statt 180 nur noch 140 Eurofighter kauft, wird die Arbeit zwischen den Auftragsländern neu verteilt. Deutschland geht praktisch leer aus. Über ein Nachfolgeprojekt für den Eurofighter, mit dem der Standort mittelfristig erhalten werden könnte, wurde bisher nicht entschieden.

Von einer Zukunft für Manching war auch gestern in der Politik nicht die Rede. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner – sie ging von 850 gestrichenen Stellen aus – sprach von einem schweren Schlag „für die betroffenen Mitarbeiter, ihre Familien und den Standort“. Sie will sich dafür einsetzen, dass es zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommt und dafür, dass möglichst viele Mitarbeiter im zivilen Airbus-Geschäft oder in anderen Branchen unterkommen.“ Ausdrücklich nannte Ilse Aigner die bayerische Automobilindustrie.

mm

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