EADS steigert Gewinn schwächer als erwartet

Paris/München - Der Airbus-Mutterkonzern EADS hat den Gewinn im ersten Halbjahr schwächer als erwartet gesteigert.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Posten, das EADS als EBIT bezeichnet, stieg im Jahresvergleich von 358 Millionen auf 1,16 Milliarden Euro. Von der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Branchenexperten hatten im Schnitt mit 1,36 Milliarden Euro gerechnet. Die Jahresprognose von 1,8 Milliarden Euro für das bereinigte EBIT bestätigte EADS. Der Halbjahresumsatz stieg um acht Prozent auf 19,7 Milliarden Euro.

Im Vorjahr war das EADS-Ergebnis von Rückstellungen für das Effizienzprogramm Power8 und Kosten im Zusammenhang mit dem Programmstart des Langstreckenfliegers A350 stark belastet worden. Derzeit liege Power8 vor dem Zeitplan und habe in abgelaufenen ersten Halbjahr rund 400 Millionen Euro zum bereinigten EBIT beigesteuert. Airbus habe bei der Reduzierung der Verwaltungskosten 40 Prozent der Ziele erreicht.

Zum Umsatzplus trugen unter anderem die Auslieferungen bei der Tochter Airbus bei. Nach 231 Flugzeugen im Vorjahreszeitraum verließen im ersten Halbjahr nun 245 Maschinen die Werkshallen. Der Auftragseingang ging unterdessen von 70,1 auf 51,2 Milliarden Euro zurück. Im Vorjahr hatte das Unternehmen von der Vielzahl der Bestellungen auf der Luftfahrtmesse in Paris profitiert, die nur alle zwei Jahre stattfindet.

Der Auftragsbestand wuchs zwischen Ende 2007 und Mitte 2008 von 339,5 Milliarden auf 354,2 Milliarden Euro und erreichte einen neuen Rekordwert. Dabei musste er wegen der Dollar-Schwäche um 17 Milliarden Euro gesenkt werden. Die Aufträge für 247 Flugzeuge, die auf der Luftfahrtmesse in Farnborough im Juli eingingen, sind darin noch nicht berücksichtigt.

Für das Gesamtjahr erwartet EADS weiterhin einen Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro. Die Auslieferungen bei Airbus sollen sich auf rund 470 Flugzeuge belaufen. Optimistischer ist das Unternehmen bei den Neubestellungen. Statt mit Orders für "mehr als 700" Flieger rechnet das Unternehmen nun mit 850 Bestellungen.

Unterdessen arbeitet der EADS-Konzern weiter an seiner Sanierung. Das bereits grundsätzlich angekündigte Sparprogramm Power8 plus solle konzernweit von 2011 bis 2012 einen jährlichen EBIT-Beitrag von Milliarde Euro bringen, kündigte das Unternehmen an.

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