EADS verlagert 2500 Jobs aus Ottobrunn

- München - Es ist noch nicht allzu lange her, da war das Areal im Münchner Südosten das Aushängeschild der deutschen Hochtechnologie: Messerschmitt-Bölkow-Blohm in Ottobrunn. Daraus wurde die Dasa und später die EADS. Eines der beiden operativen Hauptquartiere des Europa-Konzerns liegt immer noch auf dem ausgedehnten Werksgelände. Doch nun droht die Auszehrung: 2500 Mitarbeiter der wichtigen Rüstungssparte des Konzern werden verlagert.

Sie müssen sich in den nächsten zwei Jahren auf ein eher ländliches Umfeld einstellen: In Manching im Landkreis Pfaffenhofen, südlich von Ingolstadt, ist ihr künftiger Arbeitsplatz. Dort befindet sich bereits die Endmontage der in Deutschland hergestellten Eurofighter.

In Manching wird künftig der Schwerpunkt der deutschen Militärflugzeugaktivitäten angesiedelt, wie EADS-Verteidigungs-Vorstand Stefan Zoller mitteilte. So werde unter anderem die Chance erhöht, Manching zum Betreuungszentrum für Wartung und Reparatur des Militärtransporters A400M zu machen. Immerhin sind die Arbeitsplätze zwar für den Münchner Südosten verloren, doch für Bayern langfristig gesichert, wie die EADS betont. Noch in diesem Jahr müssen rund 500 EADS-Mitarbeiter umziehen. Bis 2008 soll die Verlagerung abgeschlossen sein.

Der Umzug soll für die Mitarbeiter sozialverträglich gestaltet werden. Das könnte in Einzelfällen schwierig werden: Der Großraum Ingolstadt gehört zu den wenigen stark wachsenden Regionen in Deutschland. Dort ist vor allem Audi ansässig, aber auch der Flughafen München dehnt sein Einzugsgebiet immer weiter in Richtung Donau aus.

Für Manching spricht vor allem die Nähe zum wichtigsten Kunden. Dort befindet sich die wehrtechnische Dienststelle 61 der Bundeswehr, mit der das Unternehmen schon heute eng zusammenarbeitet. Auch am Münchner Stadtrand waren Bundeswehr und damals MBB Nachbarn. Sie teilten sich, bis die Bundeswehr aus Neubiberg abzog, den dortigen Flugplatz, der mittlerweile aufgelassen wurde.

Finanziell scheint der Umzug für die betroffenen Gemeinden verkraftbar zu sein. Als Gewerbesteuerzahler spielt die EADS keine große Rolle, versichern die Kommunen.

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