EADS/Airbus-Sanierungsprogramm "Power8" greift

Paris: - PARIS - Das Airbus-Sanierungsprogramm "Power8" greift, doch der zu EADS gehörende Flugzeugbauer fasst wegen der Dollarschwäche und der Globalisierung der Märkte noch weitergehende Kostensenkungen ins Auge. "Wir müssen Airbus für einen Kurs von 1,45 Dollar je Euro wettbewerbsfähig machen," sagte Airbus-Chef Louis Gallois vor der Pariser Luftfahrtmesse in Paris, die am Montag beginnt.

Der EADS-Co-Chef Thomas Enders erklärte, 61 Prozent der Aufträge des Airbus-Mutterkonzerns kämen von außerhalb Europas, aber nur 21 Prozent der Leistung. "Das wird sich ändern."

Schon in diesem Jahr will Airbus 300 Millionen Euro mit "Power8" einsparen. Damit liege man voll im Plan, sagte Gallois, der mit Enders gemeinsam EADS führt. Es könne aber sein, dass die mit "Power8" geplanten Rationalisierungen und Ausgliederungen bei weiter fallendem Dollar nicht reichten. "Wenn der Euro noch weiter zulegt, wird uns das zwingen, neue Entscheidungen über die Industriestandorte zu fällen." Mehrere Werke sollen ausgegliedert werden. Die Bewerber für eine Übernahme oder Partnerschaft sollen im Juli benannt werden. Eine Dollarabwertung um zehn Cent kostet Airbus eine Milliarde Euro pro Jahr.

EINSPARUNGEN NÖTIG

Die Einsparungen sind trotz heiß laufender Produktion nötig. Airbus hat in den ersten fünf Monaten 115 Flugzeuge ausgeliefert und Bestellungen für 135 Maschinen hereingeholt. Das ist jeweils deutlich mehr als vor einem Jahr. Unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu Streikverzögerungen kommt, will Airbus in diesem Jahr 440 bis 450 Flugzeuge ausliefern. Aus technischen Gründen verzögert sich der Start der Montage des Militärtransporters A400M. Der Transporter soll aber pünktlich ab Oktober 2009 an die Kunden gehen und schon mit der bisher bestellten Menge von 192 Maschinen Gewinne einfliegen. Außerdem erhofft EADS den Export von 200 A400M.

Als "ermutigend" wertete Gallois die Kontakte der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zur Beilegung des deutsch-französischen Kräftemessens bei EADS. Beide wollten, dass der Konzern sich zu einem normaleren Unternehmen entwickele, wo "die Regierungen ihre Interessen haben, aber nicht eingreifen". Sarkozy habe auch die Möglichkeit erwähnt, dass der französische Staat sich aus dem Unternehmen zurückziehe. Enders erklärte: "Man kann nationale Interessen und Sicherheitsinteressen wahren, ohne Aktionär zu sein."

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