EADS-Chef Forgeard: Hamburg ist schuld

- Paris/Hamburg - Das deutsche Airbus-Produktionszentrum in Hamburg ist aus dem eigenen Konzern unter Beschuss geraten. Noë¨l Forgeard, einer der beiden Chefs der Airbus-Muttergesellschaft EADS, prangerte in einem Radiointerview im Zusammenhang mit den Lieferverzögerungen für das Großraum-Flugzeug A380 "gewisse Produktionsstätten" an.

"Diese Vorfälle haben ihren Ursprung eher in den vorgelagerten Werken - Saint-Nazaire, Hamburg -, wo es eine ziemlich große Konzentration von Problemen gegeben hat", sagte Forgeard dem Radiosender "Europe 1". Hamburg ist das zweitgrößte Airbus-Werk.

Gegen die Vorwürfe hat sich der deutsche Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken zur Wehr gesetzt. "Wir brauchen keine Schuldzuweisungen, das ist nicht in Ordnung", sagte Puttfarcken.

Forgeard führte selbst jahrelang Airbus, bevor er nach einem Machtkampf 2005 die Führung des Mutterkonzerns mit dem deutschen EADS-Rüstungsspezialisten Thomas Enders übernahm. Er wies den Verdacht unzulässiger Aktiengeschäfte zurück: Er habe erst "im Laufe des Monats April" von den Airbus-Problemen erfahren. Im März sei er also noch nicht "auf dem Laufenden" gewesen. Im März hatte Forgeard EADS-Aktien für 2,5 Millionen Euro verkauft. Die französische Börsenaufsicht hat Untersuchungen über die jüngsten Aktienbewegungen eingeleitet.

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