EADS-Krise vor der Lösung

- Paris/New York - Nach monatelangem deutsch-französischem Machtkampf zeichnet sich eine Beilegung der Führungskrise von EADS und Airbus ab. Eine Bekanntgabe sei "vielleicht am Freitag" zu erwarten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch aus verhandlungsnahen Kreisen. An diesem Donnerstag wollen die CoPräsidenten des größten europäischen Flugzeugbaukonzerns, Manfred Bischoff und Arnaud Lagardére, in Paris über die Besetzung der Konzernleitung beraten.

Dem Pariser Wirtschaftsblatt "Les Echos" (Mittwoch) zufolge sollen der bisherige Airbus-Chef No½l Forgeard und der bisherige Chef der EADS-Rüstungssparte, Thomas Enders, wie anvisiert EADS gemeinsam leiten. Mit Forgeards Stellvertreter Gustav Humbert soll erstmals ein Deutscher Airbus-Chef werden. Im Gegenzug soll mit Eurocopter-Chef Fabrice Brgier erstmals ein Franzose die Verteidigungssparte übernehmen, deren Eurofighter mit dem französischen Kampfflugzeug Rafale konkurriert.Auch im Ringen um einen Durchbruch auf dem weltgrößten Militärmarkt USA geht EADS einen Schritt voran. Der europäische Branchenprimus entschied sich laut "New York Times" dafür, in Mobile im US-Staat Alabama eine Filiale zu gründen. Sollte EADS den Milliardenauftrag zur Erneuerung der US-Tankerflotte erhalten, werde dort für 500 Millionen Dollar ein Werk mit 1150 Arbeitsplätzen entstehen, berichtete die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe. Der EADS-Tanker ist aus dem Airbus A330-200 abgeleitet.Die US-Luftwaffe hatte Boeing mit der Modernisierung seiner Flotte von mehr als 500 Tankflugzeugen beauftragt, den Vertrag aber wegen Unregelmäßigkeiten storniert. Boeing wollte die Maschinen im Rahmen eines Programms von 23,5 Milliarden Dollar (19,4 Mrd Euro) verleasen. Im US-Kongress gibt es Bestrebungen, EADS von dem Tankerauftrag auszuschließen, solange der Streit um die Airbus-Subventionen nicht beigelegt ist. EADS will seine Chancen durch eine Partnerschaft mit Northrop Grumman erhöhen. Der Rüstungskonzern hat die Kooperation aber angesichts der politischen Verwicklungen auf Eis gelegt.Ein Milliardengeschäft strebt EADS auch mit Drohnen an. EADS hat gemeinsam mit europäischen Partnern mehrere Drohnenprojekte laufen. Die "Financial Times Deutschland" berichtete am Mittwoch, der Prototyp des unbemanntes Kampfflugzeugs "Barracuda" solle in diesem Jahr erstmals fliegen. EADS wollte das nicht bestätigen. Ein Sprecher erklärte, der Konzern schätze ein Wachstum des Drohnenmarktes bis 2014 auf zehn Milliarden Euro im Jahr. EADS wolle einen Marktanteil von zehn bis 15 Prozent. Derzeit gibt es bis zu 400 Drohnenprojekte weltweit. Die USA stellen drei Viertel. Danach kommen Israel, das stark im Exportgeschäft ist, und die Europäer. Drohneneinsätze gehen bis in den Vietnamkrieg zurück; einen technischen Durchbruch gab es jedoch mit der Miniaturisierung der Elektronik seit den 90er Jahren.

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