+
McCall hatte Easyjet seit 2010 auf einen europaweiten Wachstumskurs geführt. Foto: Christian Charisius

Wechsel zu TV-Sender ITV

Easyjet-Chefin McCall macht vor dem Brexit den Abflug

Sie hat den britischen Billigflieger groß gemacht, durch die Brexit-Wirren muss ihn nun jemand anders steuern. Die Easyjet-Chefin geht von Bord.

Luton (dpa) - Der britische Billigflieger Easyjet verliert mitten im Brexit-Wirbel seine Chefin an den Fernsehsender ITV. Carolyn McCall werde das Unternehmen voraussichtlich zum Jahresende verlassen und die Führung von ITV übernehmen, teilte Easyjet mit. Die Suche nach einem Nachfolger laufe bereits.

Wie ITV ("Inspector Barnaby", "Downton Abbey") ankündigte, soll McCall ihren neuen Job am 8. Januar 2018 antreten. Die 55-Jährige hatte als Chefin der Guardian Media Group bereits vor ihrer Luftfahrtkarriere in der Medienbranche gearbeitet.

McCall sprach von einer schwierigen Entscheidung. Nach sieben Jahren bei Easyjet sehe sie die Gelegenheit bei ITV aber für sich als die richtige Wahl an. Easyjet-Verwaltungsratschef John Barton lobte die Managerin in höchsten Tönen. Sie habe die Passagiere und die Mitarbeiter ins Zentrum gestellt und so nachhaltige und anhaltende finanzielle Erfolge erzielt.

McCall hatte Easyjet seit 2010 auf einen europaweiten Wachstumskurs geführt. Seit dem Votum der Briten für den Austritt des Landes aus der EU muss der Billigflieger jedoch um seine Verkehrsrechte in der Europäischen Union bangen. Um auch nach dem Brexit Flüge zwischen Städten innerhalb der EU anbieten zu können, hat das Unternehmen gerade eine zusätzliche Luftverkehrslizenz in Österreich beantragt.

Der Billigflieger beeilte sich zu betonen, dass das Geschäft im dritten Geschäftsquartal bis Ende Juni angezogen habe. So sei der Umsatz je Sitzplatz wie erwartet gestiegen, zudem seien die Maschinen gut ausgelastet gewesen. Den Quartalsbericht will Easyjet wie geplant am 20. Juli veröffentlichen.

Bei dem größten britischen Free-TV-Sender ITV folgt McCall auf Adam Crozier, der das Unternehmen verlässt. Die Medienbranche kämpft mit rückläufigen Werbeerlösen und streicht zahlreiche Stellen. Crozier, der 2010 an die Konzernspitze gerückt war, hat seitdem daran gearbeitet, den Sender zu verjüngen und die Abhängigkeit von der Werbung durch den Ausbau von Eigenproduktionen zu verringern.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

WTO-Konferenz beginnt ohne Konsens bei den Hauptthemen
Illegale Fischerei, staatliche Zuwendungen an die Landwirtschaft und der weitgehend ungeregelte Boom des e-commerce liegen als Themen auf dem Verhandlungstisch in Buenos …
WTO-Konferenz beginnt ohne Konsens bei den Hauptthemen
VW-Chef: Steuervorteile für Dieselkraftstoff "hinterfragen"
Bei der Kfz-Steuer ist der Betrieb eines Dieselautos in der Regel teurer, beim Sprit dagegen billiger als der eines Benziners. Grund ist die Subventionierung des …
VW-Chef: Steuervorteile für Dieselkraftstoff "hinterfragen"
Neubaustrecke Berlin-München zum Fahrplanwechsel gestartet
Zur Eröffnungsgala gab's ein paar Pannen - der erste reguläre ICE auf der Schnellfahrstrecke Berlin-München ist aber überpünktlich. Doch schon wenig später gab es wieder …
Neubaustrecke Berlin-München zum Fahrplanwechsel gestartet
Daimler-Personalchef: Jobs durch Wandel nicht gefährdet
Der Einstieg in die Serienproduktion von Elektroautos wird die Arbeit in den Werken der Hersteller verändern - daran herrscht kein Zweifel. Aber wie genau und wann? …
Daimler-Personalchef: Jobs durch Wandel nicht gefährdet

Kommentare