+
Start einer Easyjet-Maschine in Berlin: Der britische Billigflieger bereitet sich auf den Brexit vor. Foto: Ralf Hirschberger

Vorbereitung auf Brexit

Easyjet will Betreiberlizenz in Österreich

Der geplante EU-Austritt Großbritanniens bereitet den Airlines Kopfschmerzen. Sie fürchten, wichtige Verkehrsrechte zu verlieren. Easyjet will sich deshalb in Wien ein weiteres Standbein aufbauen.

London (dpa) - Der britische Billigflieger Easyjet bereitet sich auf den Brexit vor und hat in Österreich ein europäisches Luftverkehrsbetreiberzeugnis beantragt.

Durch den Schritt werde sichergestellt, dass Easyjet auch nach dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens "Flüge in ganz Europa und auch innerhalb von EU-Staaten" anbieten kann, teilte die Fluggesellschaft mit.

Die Luftfahrtbranche bangt angesichts des ungewissen Ausgangs der Brexit-Verhandlungen um einen Fortbestand der bisherigen Regelungen. Bislang dürfen britische Fluggesellschaften innerhalb der EU frei operieren. Das könnte sich nach dem EU-Austritt des Landes ändern, wenn kein entsprechendes Anschlussabkommen getroffen wird. Für die Airlines wird dabei die Zeit knapp, weil sie ihre Flugpläne schon lange im Voraus erstellen. Im März 2019 wird Großbritannien voraussichtlich aus der EU ausscheiden.

Nach Lizenzerteilung könne eine neue Fluggesellschaft, Easyjet Europe, mit Sitz in Wien gegründet werden, hieß es in der Mitteilung. Das Zulassungsverfahren sei inzwischen weit fortgeschritten. "Wir prüfen derzeit den Antrag und werden rasch eine Entscheidung treffen", teilte Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) in Wien mit.

Mit der anvisierten neuen Unternehmensstruktur will Easyjet zu einer paneuropäischen Airline-Gruppe mit drei Fluggesellschaften in Österreich, der Schweiz und Großbritannien sowie einem in Großbritannien ansässigen Handels- und Dienstleistungsunternehmen werden. Alle drei Fluggesellschaften werden nach Firmenabgaben Töchter von Easyjet plc sein. Easyjet plc wird weiterhin an der Londoner Börse notiert sein und ihren Sitz in Großbritannien haben.

Jährlich fliegen 78 Millionen Passagiere mit der britischen Billigfluglinie. Rund die Hälfte der Passagiere stammt aus den verbleibenden 27 EU-Mitgliedsstaaten. Derzeit sind rund 100 Flugzeuge und 4000 Mitarbeiter dort stationiert sowie etwa 25 Flugzeuge und 950 Mitarbeiter in der Schweiz und 140 Flugzeuge und 6000 Mitarbeiter in Großbritannien. Ein Abbau von Arbeitsplätzen im Vereinigten Königreich sei nicht geplant, teilte Easyjet mit.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Thyssenkrupp einigt sich mit Tata auf Fusion der Stahlsparte
Mit der nun erzielten Grundsatzeinigung rückt eine mögliche Fusion zwischen Thyssenkrupp und Tata in greifbare Nähe. Zum Problem dürfte die Suche nach einem Kompromiss …
Thyssenkrupp einigt sich mit Tata auf Fusion der Stahlsparte
Thyssenkrupp einigt sich mit Tata auf Fusion der Stahlsparte
Mit der nun erzielten Grundsatzeinigung rückt eine mögliche Fusion zwischen Thyssenkrupp und Tata in greifbare Nähe. Zum Problem dürfte die Suche nach einem Kompromiss …
Thyssenkrupp einigt sich mit Tata auf Fusion der Stahlsparte
Weiteres Grundsatzurteil zum Mindestlohn erwartet
Erfurt (dpa) - Das Mindestlohngesetz beschäftigt erneut das Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Heute verhandeln die Bundesrichter darüber, ob Geringverdiener einen Anspruch …
Weiteres Grundsatzurteil zum Mindestlohn erwartet
Allianz-Deutschland-Chef wirft Handtuch
Turbulenzen bei der Allianz: Ein überraschender Rücktritt überlagert die Botschaft, die der Versicherer eigentlich an die Öffentlichkeit bringen will.
Allianz-Deutschland-Chef wirft Handtuch

Kommentare