EBA: Schnellere Kapitalspritzen für Banken

Hamburg - Die europäische Bankenaufsicht EBA setzt sich für schnellere Kapitalspritzen für angeschlagene Geldinstitute ein. Der 725 Milliarden Euro schwere Rettungsfonds würde damit zum Miteigentümer der Geldhäuser.

Die europäische Bankenaufsicht EBA ist offenbar in großer Sorge über die knappe Kapitalausstattung europäischer Banken. Die Behörde setzt sich für schnellere Kapitalspritzen für angeschlagene Geldinstitute ein. Nach Informationen der Financial Times Deutschland forderte EBA-Chef Andrea Enria in einem Brandbrief an den Rat der europäischen Finanz- und Wirtschaftsminister, dass der europäische Rettungsschirm EFSF fortan direkt Geld an Banken geben darf, um sie vor Schieflagen zu retten.

Der 725 Milliarden Euro schwere Rettungsfonds würde damit zum Miteigentümer der Geldhäuser. Bisher darf der Krisenfonds nur Geld an einzelne Länder verleihen. Die Staaten können es aber, wie im Fall von Irland, an ihre Finanzinstitute weiterreichen.

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Die EFSF könnte bei Verwirklichung von Enrias Vorschlag künftig bei Bedarf schneller handeln als bislang und damit notleidende Banken mit einem dickeren Kapitalpolster ausstatten, schreibt das Blatt. Enria stelle sich mit seinem Vorstoß gegen EU-Kommission und Bundesregierung, liege aber auf einer Linie mit Christine Lagarde. Die IWF-Chefin hatte am Wochenende mit ihrer Forderung, Europas Banken dringend mit Milliarden zu versorgen, Aufsehen erregt.

Dem Bericht zufolge plant Enria, sein Schreiben am Dienstag oder Mittwoch abzuschicken. Die Mehrheit der 27 EBA-Mitgliedsländer habe den Brief bereits gutgeheißen. Allerdings wehre sich Deutschland vehement gegen mehr EFSF-Befugnisse. “Die EBA lässt ihre Muskeln spielen. Sie macht eine Tür auf, die wir geschlossen halten wollen“, zitiert die Zeitung einen deutscher Insider. Das Geforderte gehe weit über die Beschlüsse des Gipfels der Eurozone vom 21. Juli hinaus.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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