Ebay, Amazon und Doc Morris: Wie das Internet die Post beflügelt

- München - Einst waren es die Briefe und das Monopol, das der Post ein sicheres Auskommen verschaffte. Das ist vorbei. Das Briefgeschäft stagniert. Dagegen bringt das Internet dem gelben Riesen mit jahrhundertelanger Tradition heute den größten Umsatzzuwachs.

<P>Wenn bei Ebay etwas versteigert wird, muss es vom Verkäufer zum Käufer gelangen. In den meisten Fällen geschieht das mit der Post. Kauft ein Kranker seine Arznei bei Doc Morris in Holland, dann ärgert das den Apotheker; der Post beschert das Geschäft Umsatz. Und wenn Amazon Buchhandelskette um Buchhandelskette beim Umsatz überrundet, profitiert auch der Lieferservice. Der heißt Post AG und konnte gestern seine Aktionäre mit einer erfreulichen Überraschung beliefern:<BR><BR>Zwar lag das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im ersten Halbjahr 2003 mit 1,47 Milliarden Euro um 6,6 % unter Vorjahreswert. Doch dies beruhte auf Einmaleffekten und der erzwungenen Portosenkung, die allein mit 140 Millionen Euro auf das Ergebnis durchschlug. Der Konzerngewinn dagegen sprang von 155 Millionen Euro auf 650 Millionen Euro. Der Umsatz lag trotz lahmender Konjunktur mit 19,2 Milliarden Euro nur um 0,8 % unter Vorjahreswert.<BR><BR>Fürs ganze Jahr sieht es ebenfalls unerwartet gut aus: "Unsere Geschäfte laufen besser als im Vergleichszeitraum des Vorjahres", sagte Konzernchef Klaus Zumwinkel, der nun statt dem geplanten Betriebsergebnis für das Gesamtjahr von 2,8 Milliarden mit 100 Millionen Euro mehr planen kann.<BR><BR>Einen Teil des Erfolgs verdankt der Konzern den eigenen Mitarbeitern. Der mit den Arbeitnehmern geschlossene Beschäftigungspakt spare mehr als 100 Millionen Euro im Jahr. Das bedeutet einerseits bis zu 48 Arbeitsstunden in der Woche und den Verzicht auf zwei arbeitsfreie Tage (Silvester und Heiligabend), doch verzichtet das Unternehmen bis 2008 auf betriebsbedingte Kündigungen. Auch von anderer Seite droht Post-Aktionären kein Ungemach: Nach den Worten von Finanzvorstand Edgar Ernst gibt es "keinerlei Vorbereitungen oder Planungen" für einen weiteren Börsengang.<BR><BR>Unterdessen schreitet auch die Internationalisierung des Konzerns mit Zusatz "Worldnet" voran. Nach der geplanten Übernahme des US-Express-Unternehmens Airborn, wird die Post nach eigenen Angaben mit 15 % Marktanteil die Nummer drei auf dem amerikanischen Expressmarkt sein.</P>

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