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Schadenersatzklage

BayernLB fordert 345 Millionen Euro von Ecclestone

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München - Die BayernLB verklagt Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Sie will 345 Millionen Euro Schadenersatz, doch in London ist eine solche Klage schon gescheitert.

Die bayerische Justiz hat Formel-1-Boss Bernie Ecclestone schon als extrem kostspielig kennengelernt: Nur gegen Zahlung von 100 Millionen Dollar stellte das Landgericht München den Korruptionsprozess gegen den Briten ein. Nun könnte es noch deutlich teurer werden. In einer Zivilklage fordert die Bayerische Landesbank nun von Ecclestone, seiner Familienstiftung Bambino und deren früheren Chef Stephen Mullens insgesamt mehr als 345 Millionen Euro Schadenersatz. Ecclestone hatte der BayernLB im Zuge der Einstellung des Strafprozesses die Rückzahlung von 25 Millionen Euro angeboten, das lehnte die Bank als zu niedrig ab. Die folgenden Verhandlungen verliefen offenbar ergebnislos.

Ecclestone hatte beim Verkauf der Anteile der BayernLB an der Formel 1 den damaligen Landesbank-Vorstand Gerhard Gribkowsky mit 44 Millionen Dollar bestochen, das Landgericht München verurteilte Gribkowsky dafür zu achteinhalb Jahren Haft. Außerdem bekam Ecclestone eine nicht gerechtfertigte Provision von 41 Millionen Dollar von der Landesbank. Die BayernLB argumentiert nun, der Kaufvertrag sei wegen der Bestechung „nicht verhandelt, sondern zu Bedingungen abgeschlossen, die von Herrn Ecclestone vorgegeben wurden und für die Bank nachteilig waren.“

Neben der Provision soll der Landesbank auch durch einen zu niedrigen Kaufpreis ein Schaden entstanden sein. Jahrelang hatte die BayernLB jedoch selbst auf ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von Deloitte verwiesen, wonach der Kaufpreis vertretbar gewesen sei. Das Landgericht traf im Gribkowsky-Prozess keine Feststellung, ob der vom Landesbanker ausgehandelte Kaufpreis zu niedrig war.

Constantin Medien, eine Vorbesitzerin der Formel 1, ist dieses Jahr bereits mit einer Schadenersatzklage gegen Ecclestone vor einem Londoner Gericht gescheitert. Die Richter entschieden, dass sich ein Unterwertverkauf und damit ein Schaden für Constantin und die BayernLB nicht nachweisen lasse. Nun muss das Landgericht München entscheiden, ob es das genauso sieht.

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