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Sein letzter Deutschlandbesuch: Im November sagte Bernie Ecclestone vor dem Münchner Landgericht als Zeuge aus.

Ecclestone traut sich nicht nach Deutschland

München – Die Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft wegen Bestechung und Beihilfe zur Untreue lassen Formel-1-Chef Ecclestone nicht kalt. Der 81-jährige Brite kam nicht zum Großen Preis von Deutschland.

Die Münchner Ermittler haben den Verdacht, dass Ecclestone 44 Millionen Dollar Schmiergeld an den ehemaligen Landesbankvorstand Gerhard Gribkowsky gezahlt hat, damit der die Rennserie an den Ecclestone genehmen Finanzinvestor CVC verkauft. Ecclestone bestreitet, dass es sich um Bestechung gehandelt habe, die Millionen seien Schweigegeld gewesen.

Ecclestone hatte in den vergangenen Wochen mehrfach betont, er werde auf jeden Fall zum Rennen nach Hockenheim kommen. Als am Donnerstagabend durch einen Bericht unserer Zeitung bekannt wurde, dass Gribkowsky freiwillig mit den Ermittlern kooperiert und Ecclestone in erneuten Aussagen schwer belastet hat, überlegte es sich der Formel-1-Boss offenbar anders. Schon am Freitagabend machten Gerüchte die Runde, Ecclestone werde sich auf Anraten seiner Verteidiger von Deutschland fernhalten, um einer möglichen Verhaftung zu entgehen. Die beiden Anwälte waren am Freitagabend nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Am Samstag ließ Ecclestone mehrere vereinbarte Gesprächstermine platzen, ohne offiziell abzusagen. „Nachdem er mit großen Worten angekündigt hatte, dass er kommt, hat er sich mit seinem Fernbleiben keinen großen Gefallen getan“, sagte der Gribkowsky-Verteidiger Daniel Amelung unserer Zeitung. „Dadurch hat er signalisiert, dass eine Fluchtgefahr bestehen könnte.“ Das würde einen Haftbefehl erst rechtfertigen.

In Justizkreisen gilt es als unwahrscheinlich, dass Ecclestone in Hockenheim tatsächlich verhaftet worden wäre. Durch sein Fernbleiben hat er nun aber signalisiert, dass er erheblich unter Druck steht. Der Staatsanwaltschaft spielt das in die Karten. Denn noch ist nicht ausgemacht, dass es zu einem Prozess gegen Ecclestone kommen muss. Möglich ist auch ein Strafbefehl mit einer sehr hohen Geldstrafe. Die „Bams“ berichtet mit Bezug auf Vertraute von Ecclestone, er sei zur Zahlung von zehn Millionen Dollar bereit, wenn die Ermittlungen dafür eingestellt würden. Zehn Millionen Dollar – das wäre die laut Gribkowsky übliche Bestechungssumme der Formel 1. So billig dürfte er wohl nicht davonkommen. In Justizkreisen rechnet man eher mit einer dreistelligen Millionensumme.

Philipp Vetter

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