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Edeka testet eine neue Strategie.

Revolution an der Wursttheke

Edeka führt Dosen an Wursttheke ein - nicht alle Kunden sind zufrieden

Edeka hat ein neues System für den Einkauf von Käse und Wurst entwickelt. Es wird bereits praktisch erprobt und könnte deutschlandweit eingeführt werden.

Update vom 2. August: Kunden reagieren auf Neuerung bei Edeka

Hamburg - Die Reaktionen auf das neueste Vorhaben von Edeka sorgten bei vielen Verbrauchern für positive Reaktionen. In den sozialen Netzwerken gibt es aber auch kritische Stimmen, die Bedenken gegenüber den neuen Mehrwegverpackungen äußern.

In einem Edeka-Markt in Büsum wird das System getestet, nachdem Kunden zukünftig eine Mehrwegdose erhalten, die sie beim nächsten Einkauf gegen eine neue austauschen können. Die Kunden träumen sogar schon von größeren Lösungen. So zum Beispiel ein Kunde auf Twitter, der sich eine Kooperation mit weiteren Supermarktketten wünscht:

„Mehrwegosen für Wurst und Käse sind eine tolle Idee, liebe #edeka. Bitte ganz schnell im ganzen Land verfügbar machen. Und Koop-Modelle mit den anderen Anbietern entwickeln. Umwelt und Verbraucher werden es euch danken!“

Viele wünschen sich direkt die flächendeckende Einführung in Deutschland: „Warum nur in Büsum? Ich möchte auch Papiertüten und Mehrwegdosen in meinem E Center EDEKA“, kommentiert eine Userin auf Facebook.

Für Aufsehen sorgt auch ein spezielles Sommerangebot eines Edekas wegen der Hitzewelle, denn ein Edeka-Betreiber bietet seinen Kunden gegen Geld, sich im Kühlhaus des Supermarktes abzukühlen

Edeka bekommt auch Kritik für die Neuerung

 Es wäre aber übertrieben zu behaupten, dass Edeka in den sozialen Medien nur Zuspruch für die neuen Pfanddosen erhält. So zweifeln manche Kritiker daran, dass die Reinigung in den Filialen funktioniert und hygienische Standards eingehalten werden. Andere finden es sogar absurd, dass zur Vermeidung von Plastikmüll nun Plastikdosen verteilt werden.

Wer sowieso ein Problem mit Fleisch hat, ist natürlich weiterhin unzufrieden: „Löblich, aber das Problem an der durchschnittlichen Wursttheke ist garantiert nicht allein die #Einwegverpackung, sondern vor allem auch das aus #Massentierhaltung stammende #Fleisch für den schmalen Taler.#Justsayin #GoVegan“, kommentiert ein Twitter-Nutzer

Ein ganz anderes Problem wird durch die neue Verpackung natürlich nicht gelöst. In manchen Edeka-Filialen wurde die Wursttheke nämlich schon abgeschafft, bevor das neue System dort ankommen konnte.

Erstmeldung: Edeka testet neues System an Wurst- und Käsetheke

Bei Edeka wird ein neues System getestet, das den Einkauf an der Wurst- und Käsetheke deutlich verändert. Eine Einführung in ganz Deutschland wäre denkbar. Der erste Test startet in Büsum in Schleswig-Holstein. Dort können Kunden Wurst oder Käse in einer Dose kaufen, die sie beim nächsten Einkauf wieder zurückgeben können.

Lesen Sie auch: Kunde fragt bei Aldi nach Einkaufswagen-Chip - und kann nicht fassen, was er bekommt

Edeka testet neue Mehrwegverpackungen

"Das neue System ist einfach, praktisch und hilft dabei, Einwegverpackungen aus Plastik oder Papier zu vermeiden", erklärte ein Edeka-Sprecher. Ähnliche Dosen seien bereits in einzelnen Märkten im Einsatz. In Büsum wird nun getestet, wie sich solch ein Mehrweg-System in der Breite einführen lässt.

Pfand für Edeka-Dosen

Laut einer Sprecherin müssen Kunden, wenn sie das erste Mal eine Dose verwenden, je nach Größe vier oder fünf Euro zahlen. Es ist als ein Pfandsystem, das bei Edeka in Planung ist. Beim nächsten Einkauf werfen die Kunden die Dose in eine Sammelbox und bekommen kostenlos eine frische Dose mit. Die gebrauchten Dosen werden in einer Spülmaschine vor Ort gereinigt.

Die Änderung ist aber nicht verpflichtend für jeden Einkauf. Kunden können weiterhin selbst entscheiden und auch Einwegverpackungen wählen, wenn sie das möchten.

Edeka-Kaufleute entscheiden selbst für ihre Märkte

Viele der Edeka-Kaufleute haben laut Sprecherin bereits Interesse an dem System gezeigt. Da sie selbständig sind, können sie selbst entscheiden, ob und wie sie Mehrweg-Boxen anbieten wollen.

"Viele Menschen fragen sich beim Einkauf, wie sie selbst einen Beitrag zur Reduzierung des Verpackungsbergs leisten können", erklärte Marina Beermann von der Umweltorganisation WWF, die mit Edeka kooperiert. "Die Mehrwegdose stellt einen sinnvollen Ansatz dar, der es ermöglicht, ganz einfach selbst aktiv zu werden".

Auch interessant: 

Video: Edeka vs. Lidl - Der virale Kampf der Supermärkte

Lesen Sie auch: Edeka darf Zigaretten-Schockbilder an der Kasse verdecken

Aldi Süd senkt Butterpreis - Konkurrenz wird wohl nachziehen

Neben den Neuerung an der Wurst- und Käsetheke bei Edeka gibt es eine Änderung, die für noch mehr Kunden sofort spürbar ist. Der Butterpreis sinkt wieder. Der Discounter Aldi Süd hat zum Monatsbeginn den Preis für das 250-Gramm-Paket deutsche Markenbutter um 10 Cent auf 1,75 Euro wieder herabgesetzt, wie das Unternehmen am Mittwoch berichtete. Trotz des Rückgangs bewege sich der Preis damit weiter auf einem hohen Niveau, sagte der Handelsexperte Matthias Queck von der Analystengruppe der „Lebensmittel Zeitung“.

Mit 1,99 Euro hatte der Preis zuletzt im Herbst vergangenen Jahres einen Rekordwert erreicht. Experten gehen davon aus, dass der neue Preis auch von anderen Unternehmen der Branche bald übernommen wird.

Eher lustig war dagegen ein Facebook-Post, bei dem ein Aldi-Kunde zeigte, dass Aldi indirekt Werbung für Lidl macht.

Rewe, Edeka und Co.: Experte entlarvt Haken bei Treuepunkte-Aktion

Wer im Discounter einkauft, erhält Treuepunkte - und irgendwann einen kostenlosen Markenartikel. Das ist beliebt. Aber es gibt einen Haken bei den Treuepunkte-Aktionen bei Discounter wie Rewe, Edeka und anderen Ketten, den viele Kunden nicht kennen. Wir klären auf! 

afp/rm

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Kommentare

HeinRegni
(0)(0)

Cool, dann schlepp ich halt Dosen mit zum Einkaufen und lass sie dort mit Wasser und Reinigungsmitteln spülen. Als ob das gut für die Umwelt wäre. Genauso eine engstirnige Tunnel-Denke wie bei Elektroautos, die in der Erzeung mehr Energie verbraten als 100.000 km im Diesel. DIesen Quatsch wird Edeka bald wieder sein lassen.

rigoros12
(0)(0)

Als Abwechslung zum alltäglichen ALDI-Bashing nun endlich mal ein anders Opfer ... cool ...

CH64Antwort
(0)(0)

Schauen sie sich die Auflagen an. Viele werden das nicht mehr lange mitmachen. Der Trend ist da klar. Seit 1991 sind die Auflagen um ca. 46% gesunken.
Für viele Zeitungen und Zeitschriften gibt es sehr attraktive Abo-Prämien. Wenn die Dreingabe teilweise mehr wert ist, als ich zahle und das Abonnement selber endet, dann weiß ich bescheid.
Natürlich werden einige Überleben, aber die Masse stirbt. Warum soll ich auch die Nachrichten von gestern Abend heute auf Papier lesen? Für aktuelle Nachrichten hat Papier keinen Vorteil, außer das man keine moderne Technik bedienen muss.
Schöne Magazine, mit zeitlosen Themen könnten weiter erfolgreich sein. Das hat aber nichts mit einer Zeitung zu tun. Papier und Druck sind da von ganz anderer Qualität. Die Themen auch. Da würde man die Vorteile eines Druckerzeugnisses ausspielen. Bei Zeitungen leidet man nur unter den Nachteilen. Oma liest die noch, weil sie kein Internet hat. Viele im mittleren Alter auch, weil sie das schon immer so gemacht haben. Sollte die Zeitung zu schlecht werden oder sich ihre Gewohnheiten ändern (bei Eintritt in den Ruhestand ist das ja nicht so selten) kann es mit denen schnell zu Ende sein. Die Uhr tickt gegen die gedruckte Zeitung.