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MM-Redakteurin Corinna Maier.

Merkur-Kommentar

Edeka/Tengelmann: Fusion gescheitert - zu viel Macht schadet

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Übernahme-Ankündigung, Kartell-Veto, Ministererlaubnis, Gerichts-Verbot, Einsprüche: Der Fusionsversuch von Edeka und Kaiser’s Tengelmann zieht sich zäh seit zwei Jahren dahin – und ist zermürbend für alle Beteiligten, vor allem für die Mitarbeiter. Jetzt scheint das Geschäft endgültig gescheitert, der Scherbenhaufen perfekt.

Doch worum ging es eigentlich? Edeka, mit großem Abstand Marktführer in Deutschland, wollte den kleineren Konkurrenten Tengelmann übernehmen und hätte damit in Regionen wie Bayern eine noch dominantere Stellung erreicht als ohnehin schon. Weshalb das Kartellamt sehr zu Recht nein sagte. Kaiser’s Tengelmann schreibt seit Jahren hohe Verluste. Jede zweite Filiale ist unrentabel. Der Weg zur Profitabilität hätte in jedem Fall zu Einsparungen geführt, bei Doppelstrukturen, Logistikzentren und bei den Mitarbeitern, wenn nicht bei denen von Tengelmann – weil die Gewerkschaft eine fünfjährige Beschäftigungsgarantie herausgehandelt hat – dann eben bei denen von Edeka.

Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland wird schon heute zu 85 Prozent von nur vier großen Konzernen beherrscht. Jede weitere Konzentration würde den Druck auf Lieferanten und Erzeuger noch erhöhen – und letztlich auch den Kunden an der Supermarktkasse in Rechnung gestellt. Das Scheitern der Verhandlungen um die Fusion bedeutet nicht das Aus. Die Filialen von Kaiser’s Tengelmann können an mehrere Konkurrenten verkauft werden – an Interessenten mangelt es nicht. Gut möglich, dass das am Ende auch für die Mitarbeiter die bessere Lösung ist.

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