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Edeka übernimmt Spar und geht unter die Discounter

- Hamburg - Wer im Ausland einkaufen geht, merkt es sofort: Lebensmittel sind in fast allen anderen europäischen Ländern deutlich teurer als in Deutschland. Dank der Discounter wie Aldi oder Lidl und des von ihnen ausgelösten Wettbewerbs ist das Preisniveau in Deutschlands Supermärkten rekordverdächtig niedrig. Doch worüber sich die Verbraucher freuen, das setzt die Unternehmen immer mehr unter Druck. Das Überleben wird angesichts niedriger Preise und niedriger Gewinnspannen immer schwieriger.

Immer schneller drehte sich deshalb in den vergangenen Monaten das Fusions- und Übernahmekarussell im deutschen Einzelhandel.

Die Übernahme von Spar und der Discount-Kette Netto-Süd durch Deutschlands größten Lebensmittelhändler Edeka, die das Bundeskartellamt gestern genehmigte, bildet den vorläufigen Höhepunkt der Konzentrationswelle. Die Hamburger Spar-Gruppe war seit 1979 im Besitz des französischen Einzelhandels-Giganten Intermarché´ (ITM).

Für Edeka geht es vor allem darum, seine Marktposition im Einkaufsbereich zu stärken. Der Handelsriese wird künftig mit seinen 11 000 Geschäften einen Umsatz von rund 37 Milliarden Euro machen. Das vergrößert seine Chancen, günstige Einkaufskonditionen auszuhandeln und so den angeschlossenen Kaufleuten die Ware zu konkurrenzfähigen Preisen liefern zu können.

Mit der Netto-Übernahme gelingt es Edeka gleichzeitig spät, aber vielleicht nicht zu spät, im zukunftsträchtigen Discount-Bereich ernsthaft Fuß zu fassen. Damit gewinnt Edeka ein Stück Zukunftssicherheit. Denn die Discounter waren in den letzten Jahren die Erfolgsgeschichte im deutschen Einzelhandel. Aldi, Lidl und Co. haben sich inzwischen einen Umsatzanteil von 40 Prozent am Lebensmittelhandel gesichert und Experten gehen davon aus, dass er in absehbarer Zeit auf 50 Prozent steigen könnte. Edeka will zusätzlich zu den existierenden gut 1000 Netto-Filialen jährlich rund 100 weitere Geschäfte eröffnen.

Die verwandten Firmenkulturen bei Edeka und Spar dürften die Fusion wesentlich erleichtern. Schließlich konzentrieren sich beide Unternehmen auf die Belieferung selbstständiger Einzelhändler. Das Markenzeichen Spar wird allerdings in Deutschland nach der Übernahme wohl schon bald Seltenheitswert haben. Denn zumindest die großen Spar-Läden sollen möglichst zügig unter das Edeka-Dach gebracht werden. Allerdings dürften der Übernahme auch mehrere hundert Arbeitsplätze zum Opfer fallen.

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