Edles Papier auch im Elektronik-Zeitalter gefragt

- Gmund am Tegernsee - Sie läuft seit über 120 Jahren. Mit einer dampfgetriebenen Papiermaschine von 1883 stellt die Gmunder Büttenpapierfabrik noch heute edle Feinstpapiere her. "Das ist die älteste noch produzierende Papiermaschine in Europa", sagt Maxi Christina Gohlke. Sehr langsam, mit 12 bis 48 Meter pro Minute wird der Papierbrei mit den beiden Maschinen - die zweite ist neueren Datums - entwässert. Auch im elektronischen Zeitalter ist das edle Papier gefragt: Verwendet wird es zum Beispiel für Geschäftsausstattungen: Briefpapier, Einladungen, Visitenkarten, Geschäftsberichte oder auch Luxusverpackungen.

Das von Johann Nepomuk Haas vor 175 Jahren gegründete Unternehmen ist immer noch in Familienbesitz. Seit 1904 haben die Kohler das Sagen. Geschäftsführer Florian Kohler leitet in vierter Generation die Papierfabrik. Zirka 100 Mitarbeiter produzieren ausschließlich in Gmund rund 4000 Tonnen des teuren Luxuspapieres im Jahr. Großhändler vertreiben das Gmunder Büttenpapier in über 75 Ländern. 70 Prozent der Produktion gehen in den Export. Der langfaserige Zellstoff von Kiefer oder Fichte kommt überwiegend aus der Schweiz. "Nur beste Rohstoffe finden Verwendung", sagt Gohlke. Eukalyptus-Zellstoff wird aus Portugal bezogen. Die Kunden können aus über 100 000 verschiedenen Papieren in den unterschiedlichsten Farben und Gewichten mit oder ohne Prägung auswählen. Dazu kommen noch 26 Markenkollektionen.

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