Eheschliessung: Wichtige Geldfragen zügig regeln

Eine Hochzeit verursacht jede Menge Verwaltungsaufwand - und die Gelegenheit zu Kosten sparen.

Die traditionelle Heiratssaison rund um den Wonnemonat Mai steht vor der Tür. Viele der weit über 370 000 Brautpaare, die sich alljährlich das Jawort geben, stecken schon in der heißen Phase der Vorbereitungen. Wer den Bund fürs Leben schließt, sollte nicht nur für die Party, sondern auch für den anschließenden Neubeginn gut gerüstet sein, sagt Lilo Blunck vom Bund der Versicherten (BdV). Sperrige Themen gehörten rechtzeitig geprüft.

Neue Papiere vorweg

Entscheidet sich ein Partner für eine Namensänderung bei der Eheschließung, sollte er sich rechtzeitig um neue Papiere bei der Gemeindeverwaltung kümmern. Das ist normalerweise bereits bei der Anmeldung der Hochzeit auf dem Standesamt möglich. Dann liegen der aktuelle Personalausweis und Reisepass pünktlich zur Hochzeitsreise parat. Gebühren für vorläufige Dokumente müssen so nicht gezahlt werden.

Die Qual der Wahl

Dass sich Heiraten auch wegen des Finanzamts lohnt, stimmt nicht immer automatisch. Sind die Einkünfte beider etwa gleich hoch, tendiert der Steuervorteil gegen null. Verdient der besser entlohnte Partner 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens oder mehr, ist der Mix aus den Steuerklassen III und V nach Angaben von Stiftung Warentest empfehlenswerter als die Kombination IV/IV. Eine Änderung der Steuerklassen muss bei der Gemeinde bis zum 30. November eines Jahres beantragt werden. Bekommt ein Partner Bafög vom Staat, wird das Einkommen des Ehegatten mit Eheschließung angerechnet.

Doppelte Unterschrift

Ziehen die Frischvermählten in eine gemeinsame Wohnung, ist es - wie bei "wilden Ehen" auch - ratsam, dass beide den Mietvertrag unterschreiben. Sonst hat bei Trennung nur einer Anspruch auf die Wohnung. Will ein Mieter seinen Ehepartner einziehen lassen, muss er den Vermieter nicht um Erlaubnis fragen - was bei unverheirateten Paaren rein formell übrigens der Fall ist. Wer zu seinem neu angetrauten Partner zieht, hat kein Sonderkündigungsrecht wegen Heirat.

Ein Kündigungsgrund

Beim Thema Versicherungen kann eine Hochzeit ein Kündigungsgrund sein. Generell sollte man bei der Heirat schauen, dass keine Versicherungen doppelt vorhanden sind und auch doppelt bezahlt werden.

Besitzen beide Partner eine Privathaftpflicht, lässt sich die jüngere wegen Eheschließung auflösen - Ausnahme: Single-Tarif. Der zuerst abgeschlossene Vertrag bleibt für beide weiter bestehen. Ähnliches gilt für Rechtsschutzversicherungen. Da könne die Police mit dem geringeren Umfang gekündigt werden, erklärt Versicherungsexpertin Blunck.

Gibt es zwei Hausratversicherungen, sind die Eheleute beim "Ausmisten" auf die Kulanz des Versicherers angewiesen. Manche akzeptierten Heirat als Kündigungsgrund, andere nicht. Handelt es sich um einen Abschluss nach dem neuen Versicherungsvertragsgesetz, das seit 2008 gilt, müsse eine Kündigung oder Reduzierung des Vertrags vom Versicherer hingenommen werden, sagte Blunck. Zu viel gezahlte Beiträge sind zurückzuerstatten.

Bezugsrecht ändern

Gern vergessen wird auch, die Bezugsberechtigung der Lebensversicherung mit Heirat zu ändern - wenn sich die Eheleute gegenseitig absichern wollen. Wichtig ist diese Formalität vor allem, wenn der neue Partner vorher schon einmal verheiratet war. "Sonst bleibt auch in der neuen Ehe womöglich noch der Ex-Partner begünstigt, das passiert oft genug."

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