Ehrenamtliche Berater für Betriebe in Not

- München - Guter Rat muss nicht immer teuer sein. Ab sofort können sich bayerische Unternehmen in Schwierigkeiten professionell und kostenlos beraten lassen. Die bundeseigene KfW Mittelstandsbank und die LfA Förderbank Bayern haben den "Runden Tisch Bayern" ins Leben gerufen. Gefördert werden kleine und mittelständische Unternehmen in Bayern, die in Schwierigkeiten geraten sind, obwohl sie gute Marktchancen haben. "Wir können sie nicht einfach abschreiben, sondern müssen um sie kämpfen auch unter Einsatz neuer Instrumente, wie sie die Runden Tische darstellen", sagte Otto Wiesheu, Bayerns Wirtschaftsminister und zugleich Vorsitzender des LfA-Verwaltungsrates, gestern bei der Vorstellung des Projektes.

Betriebe, die Hilfe suchen, können sich an die örtliche Industrie- und Handelskammer (IHK), an ihre Handwerkskammer (HWK) und bayernweit an die "Task Force" der LfA wenden. Diese prüfen in Vorgesprächen mit dem Unternehmen, ob die Voraussetzungen für eine Teilnahme erfüllt werden. Ist die Vorauswahl positiv gelaufen, werden dem Unternehmen externe Unternehmensberater vorgeschlagen. Diese sind von der Unternehmensagentur der KfW anerkannt. Sie arbeiten ehrenamtlich und übernehmen folglich keine Haftung für die Betreuung.<BR><BR>KfW und LfA bezahlen die Aufwandsentschädigung von 160 Euro täglich für einen Unternehmensberater maximal zehn Tage lang. Außer den gesetzlich vorgesehenen Fahrtkosten für Dienstfahrten (derzeit 30 Cent je Kilometer) fallen für die Unternehmen keine Betreuungskosten an.<BR><BR>Es habe sich gezeigt, dass Betriebe oft zusätzliche Unterstützung vor Ort benötigten. "Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Schieflage zögern die Unternehmer jedoch, diese Unterstützung in Anspruch zu nehmen, weil zu hohe Kosten mit dem Einsatz eines Beraters verbunden sind", sagte Reinhard Dörfler, Hauptgeschäftsführer der IHK in München. <BR><BR>Genau hier soll der Runde Tisch abhelfen. Die Berater analysieren den Betrieb vor Ort, zeigen Schwachstellen auf und erarbeiten bei positiver Beurteilung der Sanierungschancen Lösungsvorschläge. Bei Bedarf wird dann der Runde Tisch einberufen, an dem der Unternehmer, die jeweilige Kammer, die Task Force der LfA, der Unternehmensberater, die Hausbank und falls erforderlich der Steuerberater sitzen. Vorgesehen seien an die 300 kostenlose Beratungen pro Jahr. Allein die LfA stellt dafür aus ihren Mitteln 250 000 Euro zur Verfügung. Damit solle den Unternehmen geholfen werden, wieder sicheres Fahrwasser zu erreichen, sagte Wiesheu.<BR><P><BR> </P>

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