Ehrgeizige Renditeziele: Deutsche Bank streicht 2300 Stellen

- Frankfurt - Das drastische Sparprogramm bei der Deutschen Bank geht in eine neue Runde: Deutschlands größtes Finanzhaus will in den nächsten zwei Jahren im Inland nochmals bis zu 2300 Stellen abbauen. Die Zahl der Mitarbeiter sinkt bis Ende 2006 auf 25 410. Das teilte die Deutsche Bank mit. Hintergrund sind Einsparungen bei den internen Abläufen in Verwaltung und Abwicklung.

<P>Da im Gegenzug unter anderem etwa 350 neue Arbeitsplätze bei Tochtergesellschaften entstehen sollen, fallen netto rund 1920 Jobs oder sieben Prozent aller Stellen weg.</P><P>Analysten rechnen damit, dass im Ausland noch einmal Arbeitsplätze in mindestens der gleichen Größenordnung gestrichen werden. Zur Höhe der Restrukturierungskosten und der Frage, ob sie vollständig im laufenden Geschäftsjahr verbucht werden, wollte die Bank keine Angaben machen.<BR><BR>Der Personalabbau war in diesem Umfang erwartet worden. Die Streichungen sollen in Absprache mit dem Betriebsrat "so sozialverträglich wie möglich" umgesetzt und betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden, hieß es. Dafür stehe ein "breites Instrumentarium" zur Verfügung, sagte ein Sprecher.<BR><BR>Gleichzeitig will die Bank mehr in die Beratung investieren. "Wir haben uns vorgenommen, die Leistungen für unsere Kunden deutlich zu verbessern. Nach diesem Prinzip richten wir jetzt unsere Organisation in Deutschland aus", sagte der neue Deutschland-Verantwortliche der Bank, Jürgen Fitschen. In "kunden- und produktnahen Bereichen" sollen 450 Mitarbeiter neu eingestellt werden. Von dem Stellenabbau sind verschiedene Bereiche, von der Administration in der Handelssparte bis hin zu Informationstechnologie, Personal und Buchführung, betroffen.<BR><BR>Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann setzt mit der neuesten Ankündigung das eigentlich schon als abgeschlossen geltende Sparprogramm der Bank fort. Im Rahmen des Konzernumbaus waren ohne Entlassungen weltweit bereits 14 500 Stellen weggefallen, davon 6100 in Deutschland. Allein im Geschäftsjahr 2003 musste die Bank mit weltweit 65 400 Mitarbeitern 700 Millionen Euro für Abfindungen zahlen. Ackermann hat sich für 2005 das ehrgeizige Ziel gesetzt, eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern zu erwirtschaften.<BR><BR>Analysten erwarten von dem Manager, dass er diese Marke erreicht, ohne Einmaleffekte zu Hilfe zu nehmen. Da die Steigerung der Erträge aller Voraussicht nach nicht ausreicht, bedient sich Ackermann nun erneut des Mittels drastischer Kostensenkungen. "Diese Ankündigung war keine Überraschung, sondern ein logischer Schritt in dem Bemühen der Bank, ihre Rentabilität zu steigern", sagte Analyst Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck. Allein bei den Personalkosten könnten dadurch 200 bis 250 Millionen Euro gespart werden. "Für eine endgültige Beurteilung muss man aber erst das Gesamtbild kennen", meinte Becker. Der Kurs der Bank-Aktie stieg nach der Ankündigung um fast zwei Prozent.</P>

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