HVB im eigenen Haus nur Untermieter

- München - Das Steuersparmodell der HypoVereinsbank ist 113,70 Meter hoch, hat 27 Stockwerke und zwölf Aufzüge. Obwohl ihr das Hypo-Hochhaus selbst gehört, ist die Bank dort formal nur Untermieter. Ein US-Investor hat den Bau, immerhin eines der Wahrzeichen Münchens, gemietet und umgeht damit Steuern. Der Gewinn der Schachtel-Konstruktion wird geteilt.

<P>Das Konzept ist simpel, aber umstritten. Die Bank vermietet ihr Gebäude und mietet es wieder zurück. Der Spar-Trick dabei: Durch langfristige Mietverträge mindert der US-Investor in der Heimat seine Steuern und gibt einen Teil des Vorteils der HVB weiter. "Man teilt sich den steuerlichen Gewinn", bestätigte ein Bank-Sprecher. Die Verträge seien auf rund 20 Jahre angelegt.<BR><BR>Details will das Institut nicht nennen. Die HVB bleibt laut Grundbuch Eigentümer des Gebäudes, das mit einer dreistelligen Millionensumme in der Bilanz steht. Der Sprecher sagte, der Turm sei das einzige HVB-Gebäude, für das dieses Modell eingesetzt werde.<BR><BR>Von anderen Immobilien in München, darunter die "Fünf Höfe" in der Innenstadt, hatte sich die Bank in den vergangenen Monaten getrennt. Ein Verkauf des 23 Jahre alten Hypo-Hochhauses sei definitiv nicht geplant, heißt es in der Bank. Auch der bevorstehende Umzug der Vorstandsbüros in die Innenstadt habe damit nichts zu tun.<BR><BR>Die Einsparungen durch das Mietmodell werden auf einen mindestens einstelligen Millionenbetrag pro Jahr geschätzt. Vermutlich kommen dazu Abschreibungs-Vorteile. Derartige Konstruktionen sind umstritten. Über Verkaufs- und Leasingmodelle wollten auch die Stadt München und andere Kommunen diese Steuerschlupflöcher nutzen und sogar U-Bahnen, Kanalnetze und Kläranlagen an Investoren weitergeben. </P><P>Von "unkalkulierbaren Risiken" sprach daraufhin Innenminister Günther Beckstein. Wenn Kommunen solche Tricks anwendeten, entstehe "in der Öffentlichkeit ein verheerendes Bild".</P>

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