Eigenheimzulage ohne Baustress: Staat bezuschusst auch Genossen

- Noch subventioniert der Staat Bauherren und Immobilienkäufer kräftig. Doch die Bundesregierung plant, die Eigenheimzulage abzuschaffen. Ein Hauskauf, nur um sich die Zulage zu sichern, ist ein gewagtes Unternehmen. Aber was wenige wissen: Die Eigenheimzulage kann man auch ohne Baustress mitnehmen, indem man Anteile an einer Wohnbaugenossenschaft erwirbt.

<P>Eine Familie mit zwei und mehr Kindern kann mit der staatlichen Förderung ihren Einsatz fast verdoppeln. Neben der jährlichen Grundförderung erhält das Mitglied einer förderungsfähigen Wohnbaugenossenschaft für jedes Kind noch die Kinderzulage in Höhe von 256 Euro. Bei zwei Kindern beträgt die optimale Einlage in die Genossenschaft 5400 Euro, rechnet die BG Wohnbaugenossenschaft eG in München vor.</P><P>Der Staat gewährt drei Prozent von diesen 5400 Euro Förderung, das sind 162 Euro im Jahr plus 512 Euro Kinderzulage. Diese Eigenheimförderung von 674 Euro wird acht Jahre lang gezahlt, das macht zusammen 5392 Euro. Danach können die Genossenschaftsanteile zurückgegeben werden. Die Rückzahlung der Beteiligungssumme ist laut BG Wohnbaugenossenschaft steuerfrei. "Das ist eine super attraktive Sache", sagt Steuerrechtsexperte Michael Kopp. Gefördert werden nach dem Eigenheimzulagengesetz (§ 17) nur Mitglieder von nach 1995 eingetragenen Genossenschaften mit eigentumsorientierter Satzung: Dem Mitglied muss also formal das Recht zum Kauf einer Wohnung zustehen. </P><P>Die Obergrenze des jährlichen Zuschusses beträgt 1227 Euro. Das heißt, dass Genossenschaftsanteile bis zu einer Höhe von 40 900 Euro gefördert werden. Dabei ist es nicht notwendig, dass eine Genossenschaftswohnung gemietet wird. Das zuständige Finanzamt überweist die Eigenheimzulage dem Genossen jeweils zum 15. März eines Jahres.<BR><BR>Einen Haken könnte die Mitnahme der Eigenheimzulage über Genossenschaftsanteile haben. Die Eigenheimförderung wird nur einmal gewährt. Daher sollte das Genossenschaftsmodell nur derjenige wählen, der ganz sicher ist, dass er nie etwas Eigenes kaufen möchte, gibt Stephan Trost von der Baufinanz 24 zu bedenken. Ob die Eigenheimzulage nächstes Jahr wegfällt, kann niemand wissen. Dass der Staat die Förderung von Wohneigentum ganz aufgibt, hält Trost eher für unwahrscheinlich. <BR><BR>Da die Einkommensgrenzen großzügig gefasst sind, können die meisten Menschen in Deutschland die Eigenheimzulage beanspruchen. Ein unverheirateter Steuerbürger ohne Kind darf bis 81 807 Euro im Jahr des Erwerbs und im vorangegangenen Jahr verdienen, um in den Genuss der Eigenheimzulage zu kommen. Bei einer Familie mit zwei Kindern liegt die Einkommensgrenze bei stolzen 224 970 Euro in zwei Jahren - das ist weit mehr als ein Durchschnittsverdienst.</P>

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