"Ein Glücksfall für den Mittelstand"

- München - Die Ergebnisse des Job-Gipfels sind in der bayerischen Wirtschaft auf ein überwiegend positives Echo gestoßen. So attestierte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt, dem Treffen, es sei "ein wichtiger Anfang für fundamentale Reformen in Deutschland".

<P>Vor allem die Senkung der Körperschaftsteuer von 25 auf 19 Prozent begrüßte Brossardt, ebenso die angedachte Möglichkeit für Personengesellschaften, einen höheren Anteil der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer anzurechnen. Auch die Senkung der Erbschaftsteuer für Unternehmen, die von einer Generation zur nächsten übergehen, sei wichtig für den Standort. "Dies sind Entlastungen, die wir dringend brauchen, um den Mittelstand als Jobmotor unserer Wirtschaft zu erhalten."</P><P>Geradezu als "Glücksfall für den Mittelstand" bezeichnete der Wirtschaftsprüfer Bernd Rödl den Steuerkompromiss. Die Senkung des Steuersatzes für Kapitalgesellschaften verbunden mit geringerer Besteuerung reinvestierter Gewinne beinhalte eine beispiellose steuerliche Entlastung für den Mittelstand, sagte er. Das bayerische Handwerk indes befürchtet, dass kleine und mittlere Unternehmen zu kurz kommen könnten. </P><P>Anders als bei Kapitalgesellschaften habe der Kanzler bei den kleineren Firmen nur allgemein von Entlastungen gesprochen. Heinrich Traublinger, Präsident des Bayerischen Handwerkstages: "Hier deutet sich ein Ungleichgewicht an, das der tatsächlichen Lage und dem Beschäftigungsanteil des Mittelstandes, der Personengesellschaften, nicht gerecht wird." Aber auch Traublinger kam nicht umhin, positive Aspekte zu entdecken. So entspreche die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer einer Forderung des Handwerks.</P><P> Das gelte auch für die Verbesserung bei Betriebsübergaben. Auch vom 2-Milliarden-Verkehrsprogramm könnten Handwerker mittelbar profitieren. Die erhoffte Besserung bedeute dies aber nicht.<BR>Der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn nannte den Job-Gipfel insgesamt "gut für Deutschland". Zu begrüßen sei, dass sich die großen Parteien zusammengesetzt hätten. Denn in Deutschland seien Reformen nur im Konsens durchzusetzen.</P>

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