"Ein Muttertag für den Kunden"

- München - Der morgige Freitag soll eine Demonstration werden. Eine bayernweite Demonstration für die Werte der Kunden. Unter dem Motto "Wir machen mehr" rief Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu bereits gestern diesen "Tag des Kunden" aus - quasi ein Versuchsballon des Landesverbands Bund der Selbständigen/Deutscher Gewerbeverband (BDS/DGV), an dem sich der selbständige Mittelstand in seiner Vielfalt seinen Kunden präsentieren will. Über 1000 Mitglieder und rund 140 Ortsverbände des BDS/DGV nehmen mit individuellen Aktionen daran teil.

"Ziele dieses bayernweiten Aktionstags sind, die vielfältigen Stärken des selbständigen Mittelstands zu zeigen, ein Gegengewicht zu den Marketingkampagnen großer Handelsketten zu bilden und die Verbundenheit der beteiligten Unternehmen mit ihren Kommunen zu demonstrieren", sagte der Minister und betonte insbesondere die enorme Bedeutung dieses Erwerbszweigs für das gesellschaftliche Leben und die Lebensqualität in den Gemeinden. Eben diese Bedeutung in den Köpfen der Kunden wieder zu verankern, ist auch das erklärte Ziel von BDS/DGV-Präsident Fritz Wickenhäuser. Quasi als branchenübergreifenden "Muttertag für den Kunden" will er den Tag verstanden wissen. Seine Funktion: "Er soll zeigen, dass die Betriebe das Vertrauen ihrer Kunden verdienen." Der Kunde soll Einkaufen wieder als Spaß mit hohem Service- und Qualitätsfaktor erleben und erfahren, was es bei ihm am Ort eigentlich so alles an Betrieben gibt.

Vor dem Hintergrund des Qualitätsgedankens sprach sich Wiesheu gegen die Abschaffung des Meistertitels im Handwerk aus. Gerade in heutiger Zeit könne der Mittelstand nur mit Service und Qualität gegen Großkonzerne und die Konkurrenz aus Billiglohn-Ländern punkten. "Deshalb ist es gut, mit so einem Tag auf diese Dinge aufmerksam zu machen", sagte der Minister und plädierte für eine Verbesserung des Weiterbildungsangebots.

Als "völligen Quatsch" bezeichnete er den Bau von Einzelhandels-Großprojekten an Ortsrändern. Dadurch verödeten die Innenstädte und sterbe das soziale Leben. "Und wenn die Städte veröden, gibt es keine Netzwerke - etwa zwischen Unternehmen und Schulen - mehr, über die 80 Prozent der Schulabgänger ihre Lehrstelle finden", spann Wickenhäuser den Faden weiter.

Informationen über die Aktionen in einzelnen Orten findet man im Internet unter www.wirmachenmehr.de.

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