"Eine Blase platzt da noch nicht"

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Herr Gebhardt, manche Analysten sprechen bereits von einer "Solarblase". Platzt die bald oder beobachten wir bei den Aktien der Sonnenindustrie ein nachhaltiges Kurswachstum?

Henning Gebhardt: Am Platzen ist da noch nichts. Die Solarbranche steht auf einem stabilen Fundament. Denn anders als die Internetunternehmen vor einigen Jahren machen die Unternehmen auch Gewinne. Die dürften in Zukunft auch ebenso wie die Umsätze weiter wachsen. Zumal wegen des steigenden Ölpreises alternative Energien immer interessanter werden.

Aus der CDU/CSU wurde immer wieder Kritik am Erneuerbare-Energien-Gesetz laut. Wenn die Union in einer Großen Koalition die festgesetzten Subventionen für Solarstrom kürzt, wäre das Kursfeuerwerk aber vorbei, oder?

Henning Gebhardt: Die Gefahr halte ich für gering, denn das EEG wurde damals mit den C-Parteien verabschiedet. Außerdem wurden in der Branche mittlerweile zahlreiche Jobs geschaffen, die dann gefährdet wären. Und das will sicher niemand verantworten. Ein größeres Risiko sehe ich in den Engpässen bei der Siliziumversorgung. Dadurch wird das Wachstum der Unternehmen gebremst - allerdings könnte diese Bremse auch gesund sein.

Der Kurs der Solarworld-Aktie stieg seit Jahresbeginn bereits um über 200 Prozent, der von Phönix Sonnenstrom legte gut 150 Prozent zu. Lohnt es sich für Anleger jetzt überhaupt noch, einzusteigen?

Henning Gebhardt: Investoren sollten solche Kursgewinne in naher Zukunft nicht erwarten. Wer jetzt zuschlägt, sollte mittel- bis langfristig denken.

Bis zum Jahresende wollen neben Sunline noch drei weitere Sonnen-Firmen an die Börse. Worauf müssen Anleger achten, wenn sie kaufen wollen?

Henning Gebhardt: Da gibt es nur eines: Sie sollten mit einer gewissen Skepsis an die Sache herangehen und sich sorgfältig über die Unternehmen informieren.

Das Gespräch führte Florian Ernst.

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